Stahlschrottbilanz 2025

Die deutsche Rohstahlproduktion ging 2025 deutlich zurück, die Schrottzukäufe der Stahlwerke fielen kräftig mit. Trotzdem fand ein Teil des Schrotts Abnehmer – nur nicht in Deutschland.

Weniger Stahl, weniger Schrottbedarf – aber mehr Export


Die Hochöfen liefen 2025 auf Sparflamme – und das bekam die Recyclingbranche zu spüren. Die Rohstahlproduktion sank um 8,6 Prozent auf 34,1 Millionen Tonnen. Zum vierten Mal seit 2018 blieb sie damit unter der Marke von 40 Millionen Tonnen, jener Schwelle, unterhalb derer sich nach Branchenangaben keine Anlage mehr wirtschaftlich auslasten lässt.

Den Schrotthändlern fehlte damit ein wichtiger Abnehmer. Laut der Stahlschrottbilanz der Verbände BDSV und bvse fielen die Schrottzukäufe der deutschen Stahlwerke um 5,3 Prozent auf 12,0 Millionen Tonnen, 670.000 Tonnen weniger als im Vorjahr.

Hochofenroute trifft es härter

Zwischen den beiden Stahlerzeugungsrouten zeigt sich eine deutliche Lücke. Die konventionelle Hochofenroute verlor 10,7 Prozent. Die schrottbasierte Elektrostahlroute kam mit einem Minus von 3,5 Prozent vergleichsweise glimpflich davon.

In der Folge verschoben sich die Gewichte. Die Elektrostahlroute erreichte 10,4 Millionen Tonnen, ihr Anteil an der Rohstahlproduktion stieg von 29,0 auf 30,6 Prozent. Entsprechend erhöhte sich der Schrottanteil an der Gesamtrohstahlproduktion auf 46,2 Prozent.

Mit dem rückläufigen Bedarf der Stahlwerke geriet auch der Außenhandel in Bewegung – und zwar in beide Richtungen. Während weniger Schrott ins Land kam – die Importe sanken um 9,4 Prozent auf 3,9 Millionen Tonnen –, ging mehr hinaus. Die Exporte legten um 5,3 Prozent auf 7,7 Millionen Tonnen zu. Unterm Strich blieb ein Netto-Exportüberschuss von 3,7 Millionen Tonnen.

Die Verbände bvse und BDSV sehen darin die Folge der schwachen Inlandsnachfrage. Der Zugang zu internationalen Märkten, so ihre Argumentation, sei für die mittelständische Recyclingwirtschaft das entscheidende Ventil, um Sammel- und Aufbereitungsstrukturen in Deutschland aufrechtzuerhalten.

Insgesamt setzten die deutschen Rohstahlhersteller 2025 rund 15,7 Millionen Tonnen Stahlschrott in der Produktion ein – etwa 860.000 Tonnen weniger als im Vorjahr.

320°/re

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