Stahl- und Metallrecycling
BDSV und VDM verschmelzen zur Circular Metal Association. Beide Verbände geben ihre Eigenständigkeit auf und treten künftig gemeinsam auf. Der neue Verband soll die gesamte Stahl- und Metallrecyclingkette abdecken.
BDSV und VDM fusionieren zur Circular Metal Association
Die deutsche Stahl- und Metallrecyclingbranche bekommt einen neuen Branchenverband. Am 11. Juni unterzeichneten die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV) und der Verband Deutscher Metallhändler und Recycler (VDM) den Verschmelzungsvertrag zur Circular Metal Association (CMA). Der neue Verband soll die Branche künftig in Deutschland, in Europa und international vertreten.
Inhaltlich will der Verband die gesamte Kette abdecken: Sammlung, Aufbereitung, Handel und Belieferung der metallverarbeitenden Industrie. Hinzu kommt der Handel mit Neumetallen, Ferrolegierungen und den sogenannten Minor Metals – Sondermetallen, die in kleinen Mengen, aber für Hightech-Anwendungen gebraucht werden.
Die CMA wird künftig über 800 Unternehmen umfassen. Etwa 650 Mitglieder bringt die BDSV ein, rund 230 der VDM – dass die Summe darunter bleibt, liegt an Überschneidungen zwischen beiden Mitgliederlisten. Sitz des Verbands wird Berlin, bislang Standort des VDM; die BDSV-Geschäftsstelle in Düsseldorf bleibt bestehen.
An die Spitze rückt der bisherige VDM-Präsident Murat Bayram, sein Vize wird BDSV-Präsident Andreas Schwenter. Die operative Führung soll eine Doppelspitze übernehmen, und eine Hälfte davon steht fest: BDSV-Geschäftsführer Guido Lipinski. Die zweite war für Kristin Stegen vorgesehen – doch daraus wird nichts. Stegen, die dafür zum 1. Juli die Geschäftsführung beim VDM hatte übernehmen sollen, hat abgesagt, nach Angaben des VDM aus „sehr persönlichen Gründen“. Die VDM-Geschäftsführung bleibt damit bis zum Jahresende beim bisherigen VDM-Geschäftsführer Ralf Schmitz.
„Mit der CMA vereinen wir die Kräfte zweier traditionsreicher Verbände und schaffen eine Organisation, die die gesamte Wertschöpfung des Stahl- und Metallrecyclings repräsentiert“, erklärt Schwenter. „Ich bin überzeugt, dass wir damit die richtige Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit geben: mehr Schlagkraft, mehr Sichtbarkeit und mehr Einfluss für eine Branche, ohne die eine nachhaltige Industrie und echte Kreislaufwirtschaft nicht denkbar sind.“
Noch fehlt der Registereintrag
Vollzogen ist die Fusion noch nicht. Rechtskraft erlangt sie erst mit dem Eintrag ins Vereinsregister, der in den kommenden Wochen erfolgen soll. Bis dahin arbeiten BDSV und VDM in ihren bisherigen Strukturen weiter. Mit der Eintragung erlöschen beide als eigenständige Rechtspersönlichkeiten; Rechte, Pflichten und Mitgliedschaften gehen auf die CMA über.




