Förderprogramm
Schon in den ersten 24 Stunden trudelten rund 17.000 Anträge ein. Drei Wochen später sind es über 50.000 – fast alle für reine Stromer, der Hybrid bleibt eine Randerscheinung. Bei diesem Tempo ist der Topf früher leer als geplant.
E-Auto-Förderung: Wie lange reicht das Geld noch?
Knapp drei Wochen lief das neue Förderprogramm für Elektroautos, dann war die 50.000er-Marke geknackt. Seit dem 19. Mai können Käufer den staatlichen Zuschuss beantragen, und der Andrang ist groß. Bis Anfang Juni gingen nach Angaben des Bundesumweltministeriums 51.128 Anträge ein.
Für das Ministerium ist der Andrang der Beleg, dass die Förderung greift „Die neue Förderung für Elektroautos wirkt“, sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Die meisten Anträge würden für vollelektrische Autos gestellt. „Das ist kein Wunder: Es gibt immer bessere E-Autos, mehr Ladesäulen und endlich auch kleine und günstige Modelle.“
Schneider betont den sozialen Zuschnitt des Programms. Ihm sei wichtig, dass Elektroautos auch für Haushalte erschwinglich würden, die sie sich bisher nicht leisten konnten. „Die Zahlen zeigen, dass die soziale Staffelung des Förderprogramms wirkt“, sagte er. Ein erheblicher Teil der Anträge stamme aus Haushalten mit einem zu versteuernden Einkommen von unter 45.000 Euro.
Von den 51.128 Anträgen seit dem 19. Mai entfielen 46.157 auf vollelektrische Wagen oder Fahrzeuge mit Brennstoffzelle. 4.971 Mal beantragten Käufer den Zuschuss für Hybride oder Autos mit Reichweitenverlängerung.
E-Auto-Prämie: So hoch ist der Zuschuss nach Einkommen
Anspruch auf die Förderung hat, wer sein Fahrzeug seit dem 1. Januar dieses Jahres zugelassen hat. Wie hoch der Zuschuss ausfällt, hängt von Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße ab.
Insgesamt stehen drei Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds bereit, vorgesehen für rund 800.000 Fahrzeuge im Zeitraum bis 2029. Beantragen kann die Prämie, wer im Jahr höchstens 80.000 Euro zu versteuern hat; je Kind unter 18 Jahren steigt die Grenze um 5.000 Euro, auf bis zu 90.000 Euro mit zwei Kindern.
Basis ist ein Grundbetrag: 3.000 Euro für ein reines Elektroauto, 1.500 Euro für einen förderfähigen Plug-in-Hybrid oder ein Fahrzeug mit Range Extender. Diesen Grundbetrag bekommt ein kinderloser Haushalt zwischen 60.000 und 80.000 Euro. Wer weniger verdient, bekommt mehr. Unter 60.000 Euro kommen 1.000 Euro obendrauf, unter 45.000 Euro noch einmal 1.000 Euro, also insgesamt 2.000 Euro. Dazu kommen 500 Euro je Kind für höchstens zwei Kinder. So erreicht die Höchstprämie für ein reines Elektroauto 6.000 Euro: bei einem Haushalt unter 45.000 Euro mit zwei Kindern. Ohne Kinder sind es maximal 5.000 Euro.
Zur Einordnung: Auf rund 800.000 Fahrzeuge bis 2029 gerechnet, sind im Durchschnitt gut 200.000 Förderfälle pro Jahr vorgesehen. Mit über 50.000 Anträgen in drei Wochen liegt der Andrang deutlich darüber. Hält das Tempo, wäre der Topf lange vor 2029 ausgeschöpft.
Der Run zeichnete sich schon vom ersten Tag an ab: Allein in den ersten 24 Stunden nach dem Start des Antragsportals beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gingen mehr als 17.000 Anträge ein. Gebrauchte Elektroautos sind bislang nicht förderfähig; Schneider hat angekündigt, eine Ausweitung zu prüfen.


