Beteiligung

Die Wettbewerbsbehörden geben den Weg frei. Remondis übernimmt 27,79 Prozent an Saubermacher – die Roth-Stiftung behält die Mehrheit. Eine Stärkung der eigenen Position, sagt Saubermacher.

Freigabe: Remondis darf bei Saubermacher einsteigen


Die Wettbewerbsbehörden haben grünes Licht gegeben, damit ist die Sache besiegelt: Remondis ist bei der Saubermacher AG eingestiegen. Über die Tochter Remondis International mit Sitz in Lünen sichert sich Deutschlands größter Entsorgungskonzern 27,79 Prozent der Aktien. Mehrheitseigentümerin bleibt mit 72,21 Prozent die Roth-Privatstiftung. Im Vordergrund steht bei Saubermacher trotzdem eine andere Botschaft: Verändern soll sich möglichst wenig.

Das Unternehmen werde weiterhin eigenständig geführt, heißt es, die operative Verantwortung liege unverändert auf jeder Ebene beim bestehenden Management. Ganz so beiläufig ist der Einstieg allerdings nicht. Mit 27,79 Prozent verfügt Remondis über eine Sperrminorität – die Beteiligung liegt über der Schwelle von 25 Prozent und reicht damit, um Hauptversammlungsbeschlüsse zu blockieren, die eine Dreiviertelmehrheit verlangen.

v.l.n.r.: Ansgar Fendel, Managing Director bei Remondis; Herwart Wilms, Geschäftsführer Remondis-Gruppe; Hans Roth, Saubermacher-Gründer; Stephan Roth, Mitglied des Aufsichtsrates Saubermacher; Margret Roth | Foto: Saubermacher

Saubermacher begründet den Einstieg indirekt mit den steigenden Anforderungen an die Abfall- und Ressourcenwirtschaft. Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung und neue Recyclingverfahren gewännen zunehmend an Bedeutung. „Mit der Beteiligung stärkt das solide aufgestellte Familienunternehmen Saubermacher seine Position in einem dynamischen Marktumfeld“, so das Unternehmen. Welche Synergien das konkret sein sollen, bleibt offen.

Den Kunden aus Kommunen, Gewerbe, Industrie und öffentlichen Institutionen verspricht Saubermacher zusätzliche Stabilität, gesicherte Verwertungswege und Zugang zu internationalem Know-how. Auch den rund 4.000 Mitarbeitern in acht Ländern stellt der Konzern langfristige Perspektiven in Aussicht.

Saubermacher wurde 1979 von Hans und Margret Roth gegründet, heute zählt das Unternehmen zu den führenden Entsorgungskonzernen in Österreich und Südosteuropa und bedient nach eigenen Angaben rund 1.600 Kommunen sowie etwa 42.000 Betriebe. 2024 lag der konzernweite Umsatz bei rund 500 Millionen Euro, ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr.

320°/re

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