Neues Handbuch
Reparierbar, zerlegbar, modular gebaut: Ob ein Produkt kreislauffähig ist, entscheidet das Design. Mit einem neuen Handbuch zeigen zwei Fraunhofer-Institute, wie Betriebe Rohstoffe länger im Umlauf halten.
460 Seiten für die Kreislaufwirtschaft
Wie viel Wert ein Produkt am Ende seiner Nutzung noch hat, entscheidet sich lange vorher – im Design, bei der Materialwahl, im Geschäftsmodell. Um diese Verschiebung dreht sich ein neues Handbuch zweier Fraunhofer-Institute, das die Kreislaufwirtschaft konsequent von vorn denkt: nicht als besseres Abfallmanagement, sondern als Frage der Konstruktion.
Auf rund 460 Seiten bündeln die Institute für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) und für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), wie Unternehmen Produkte, Prozesse und Lieferketten so gestalten, dass Rohstoffe länger im Umlauf bleiben. Herausgegeben haben den Band Alexander Sauer und Robert Miehe vom Fraunhofer IPA sowie Katharina Hölzle vom Fraunhofer IAO.
Der Wert entscheidet sich im Design
Kreislauffähige Wertschöpfung bedeute nicht, Abfall besser zu verwalten, schreiben die Herausgeber. Sie beginne deutlich früher: beim Design, bei der Materialwahl, beim Geschäftsmodell und bei den Daten über den gesamten Produktlebenszyklus. Konkret heißt das: reparierbare Produkte, modulare Bauweisen, digitale Informationen über verbaute Materialien. Wer schon in der Entwicklung mitdenkt, wie sich ein Produkt später zerlegen, reparieren oder wiederverwenden lässt, spart am Ende Aufwand – und erhält Wert, der sonst verloren ginge.
Der Band führt von den Grundlagen über Technologien bis zu konkreten Handlungsfeldern. Behandelt werden unter anderem Kunststoffe, Elektrofahrzeuge, Elektromotoren, zirkuläres Controlling, Blockchain, digitale Zwillinge und der digitale Produktpass, dazu rechtliche Rahmenbedingungen und Weiterbildung. Ein Praxisbeispiel aus dem Maschinen- und Anlagenbau zeigt, wie sich der Übergang in die Praxis umsetzen lässt. Angesprochen sind Praktiker aus Management, Entwicklung und Personal ebenso wie Studierende und Forschende.
Die digitale Ausgabe steht frei zugänglich als Open Access bereit. Die Druckversion ist bei Springer Gabler erschienen.
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