Messtechnik
Der Ausbau der Elektrostahlproduktion lässt den Bedarf an präziser Schrottanalyse steigen. IMS reagiert und beteiligt sich am LIBS-Spezialisten Secopta. Der firmiert nun unter neuem Namen.
Schrottanalyse per Laser: IMS steigt bei Secopta ein
Wer Stahl im Elektroofen einschmilzt, muss die Zusammensetzung des Schrotts kennen, sonst weicht die Legierung am Ende von der Vorgabe ab. Diese Charakterisierung will die IMS Messsysteme GmbH künftig selbst liefern. Zum 26. Juni hat sich das Unternehmen an der Secopta analytics GmbH beteiligt, die fortan als IMS Secopta GmbH firmiert.
Materialanalyse ohne Umweg übers Labor
IMS Messsysteme baut Mess- und Inspektionssysteme für die Stahl-, Aluminium- und Nichteisenmetallindustrie. Mit der Beteiligung kommt ein neues Feld hinzu: die automatisierte Materialanalyse, das Kerngeschäft von Secopta.
Secopta setzt dabei auf die laserinduzierte Plasmaspektroskopie, kurz LIBS. Ein Laserpuls verdampft eine geringe Materialmenge; aus dem Licht des entstehenden Plasmas lässt sich die chemische Zusammensetzung ablesen – direkt im laufenden Prozess, ohne Probe im Labor. Genutzt wird die Technik in der Metallindustrie, im Recycling- und Abfallsektor, im Bergbau sowie in der Rohstoff- und Glasindustrie.
Für IMS erweitert die Beteiligung das eigene Portfolio – um genau den Bereich, den die bestehenden Systeme nicht abdecken. Die optischen und radiometrischen Systeme messen bislang Dicke, Geometrie und Oberfläche. Die chemische Zusammensetzung bleibt außen vor. Diese Lücke soll Secopta mit LIBS schließen.
Elektrostahl und Schrottrecycling treiben die Nachfrage
Der Zukauf trifft auf einen wachsenden Markt. Der Ausbau der Elektrostahlproduktion und die wachsende Bedeutung des Schrottrecyclings lassen den Bedarf an präziser Inspektionstechnik steigen – gefragt sind elektromagnetische, optische und radiometrische Systeme, vor allem für das Sortieren von Schrott und Schüttgütern. Der Vorteil liegt im frühen Messzeitpunkt. Was früh im Prozess erkannt wird, muss später in der Schmelze nicht mehr aufwändig korrigiert werden.
Die exakte und frühzeitige Charakterisierung von Schrott sei eine wesentliche Voraussetzung für stabile Produktionsprozesse, sagt IMS-Geschäftsführer Richard Rak. Mit der Beteiligung stärke das Unternehmen seine technologische Kompetenz in diesem Feld, erweitere sein Leistungsportfolio und erschließe neue Produkt- und Marktchancen – auch außerhalb der Metallindustrie.

Für Secopta zählt vor allem die Reichweite, die IMS mitbringt. Geschäftsführer Christian Bohling verweist auf das globale Servicenetz von IMS: Kurze Reaktionszeiten und Servicequalität seien beim industriellen Einsatz moderner Sensorik entscheidend. Über das etablierte Netzwerk lasse sich die internationale Kundschaft künftig schneller und effizienter betreuen.
Ob die Technik auch außerhalb der Metallindustrie trägt – im Bergbau, in der Glasproduktion –, ist offen. Das Kerngeschäft bleibt vorerst der Schrottplatz.



