Schlackenaufbereitung
Nach mehr als drei Jahrzehnten gibt Gründer Heiko Neumann die operative Verantwortung ab. Die Mehrheit an der Neumann Gruppe geht an Fonds des Infrastrukturinvestors Igneo. Zum Kaufpreis gibt es keine Angaben.
Igneo sichert sich Mehrheit an der Neumann Gruppe
Rund 1,5 Millionen Tonnen Rohschlacke laufen Jahr für Jahr durch die Anlagen der Neumann Gruppe. Was davon verwertbar ist, geht als Rohstoff oder Sekundärbaustoff zurück in den Markt. Künftig gehört dieses Geschäft mehrheitlich einem Investor.
Unterschrieben haben Heiko Neumann und seine Familie am vergangenen Donnerstag. Käufer sind Fonds, die Igneo Infrastructure Partners verwaltet. Abgeschlossen werden soll das Geschäft im vierten Quartal 2026 – vorausgesetzt, die üblichen Genehmigungen liegen bis dahin vor.
Gründer übergibt, Management investiert mit
Neumann gründete das Unternehmen 1992. Heute sitzt die Gruppe in Burg bei Magdeburg und beschäftigt nach eigenen Angaben rund 400 Mitarbeiter. Nach über drei Jahrzehnten sei der Zeitpunkt für die Übergabe gekommen, sagt Neumann.
An der Spitze ändert sich zunächst wenig. Geschäftsführender Gesellschafter André Hartl investiert gemeinsam mit Igneo und dem bestehenden Management – er bleibt also nicht nur an Bord, er investiert erneut mit. Ob die Familie einen Minderheitsanteil behält, bleibt offen.
Igneo gehört zur First Sentier Group, arbeitet dort aber als eigenständiges Investmentteam. Gekauft wird Infrastruktur mittlerer Größe: erneuerbare Energien, Abfallwirtschaft, Wasser, digitale Infrastruktur, Transport und Logistik – in Europa, Großbritannien, Nordamerika, Australien und Neuseeland.
Neu ist das Feld für Igneo nicht. Ende 2024 vereinbarte der Investor die Übernahme von 90 Prozent an der hessischen B+T Group, einem Entsorger mit Geschäft in Deutschland und Frankreich; vollzogen wurde der Kauf zum Jahreswechsel. Zehn Prozent blieben bei der Familie Bohn, Geschäftsführer Ralf Bohn führt das Unternehmen weiter – dieselbe Bauart wie jetzt in Burg. Zum Igneo-Portfolio zählen zudem die Mannheimer MVV Energie, die auch Müllverbrennungsanlagen betreibt, und der britische MVA-Betreiber enfinium.
Die Neumann-Gruppe sitzt am anderen Ende derselben Kette. Zu den Kunden zählen Betreiber von Abfallverwertungs- und Müllverbrennungsanlagen. Die Gruppe nimmt die Schlacke an, bereitet sie auf und vermarktet, was dabei herauskommt – nach eigenen Angaben die gesamte Wertschöpfung, und das in mehreren europäischen Märkten. Wer verbrennt, muss die Schlacke loswerden – anders lässt sich eine Anlage nicht betreiben.
Igneo-Partner Gregor Kurth sieht die Neumann Gruppe marktführend in einem attraktiven Wachstumssegment und verweist auf langjährige Kundenbeziehungen. Hartl will die Marktposition ausbauen und in neue Länder gehen. Welche, nennt er nicht.
Wie schnell die Expansion einsetzt, ist offen. Unterschrieben ist der Verkauf, vollzogen noch nicht.



