Vera II

Auf 315,1 Millionen Euro steigt das Budget für den Ausbau im Hafen, 71,2 Millionen mehr als zuletzt beschlossen. Der Aufschlag besteht überwiegend aus Vorsorge. Und die Sanierung der Altanlage ist noch gar nicht durchgerechnet.

Hamburgs Klärschlammverbrennung wird erneut teurer


Die Inbetriebnahme wird vorbereitet, die Rechnung ist noch nicht fertig. Hamburg Wasser hat das Budget für Vera II, den Erweiterungsbau der Klärschlammverbrennungsanlage im Hamburger Hafen, erneut angehoben. Es beträgt nun 315,1 Millionen Euro. Der Aufsichtsrat des kommunalen Wasserunternehmens stimmte der Anpassung zu.

Gegenüber dem zuvor beschlossenen Rahmen sind das 71,2 Millionen Euro mehr. Die tatsächlichen Mehrkosten fallen deutlich niedriger aus – 29,8 Millionen Euro, so das Unternehmen. Der Rest, gut 41 Millionen Euro, ist ein Risikopuffer für das, was bis zum Betriebsstart noch dazukommen kann.

Vera I ist noch nicht durchgerechnet

Parallel will Hamburg Wasser die bestehende Anlage sanieren. Vera I umfasst drei Verbrennungslinien am selben Standort. Das Projekt steht erst am Beginn der Planungsphase, und die zuletzt veranschlagten 81,3 Millionen Euro gelten im Unternehmen schon jetzt als nicht haltbar. Eine neue Zahl soll im zweiten Quartal 2027 folgen.

Vera I verarbeitet heute 63.000 Tonnen Trockenmasse Klärschlamm im Jahr, verteilt auf drei Verbrennungslinien. Vera II kommt als vierte hinzu, der Durchsatz steigt damit auf 76.000 Tonnen, darunter Mengen aus Schleswig-Holstein. Bis zu 97.000 Tonnen wären möglich, dafür müsste nach Angaben von Hamburg Wasser eine weitere Linie saniert werden. Aus der Asche soll Phosphor zurückgewonnen werden.

Der Zeitdruck dahinter ist regulatorisch. Kläranlagen über 100.000 Einwohnerwerten dürfen ihren Klärschlamm ab 2029 nicht mehr bodenbezogen verwerten, ab 2032 sinkt diese Schwelle auf 50.000. Vera II ist deshalb von vornherein als interkommunales Projekt angelegt. Der AZV Südholstein und die Entsorgungsbetriebe Lübeck sichern sich Entsorgungswege, Hamburg Wasser sichert sich verlässliche Mengen für den Betrieb.

320°/dpa/re

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