Eisenhüttenschlacken

Die gesamte Hochofenschlacke fand 2025 in der EU eine Verwendung. Insgesamt wurden 88 Prozent der Eisenhüttenschlacken genutzt, vor allem in Zement und Straßenbau. Bei einer zweiten Schlackensorte blieben dagegen Millionen Tonnen ungenutzt.

Was im Hüttenwerk übrig bleibt – und wo es landet

Eine gekippte Gießpfanne gießt glühende Schmelze im Hüttenwerk aus, Funken sprühen. Zwei Arbeiter mit Schutzhelm stehen daneben.

Europas Hüttenwerke erzeugen nicht nur Stahl. 2025 fielen in der EU rund 17,8 Millionen Tonnen Hochofenschlacke und 16,8 Millionen Tonnen Stahlwerksschlacke an. Zusätzlich wurden rund 1,5 Millionen Tonnen Hochofenschlacke aus Zwischenlagern abgebaut, insgesamt standen damit 36,1 Millionen Tonnen Eisenhüttenschlacken zur Verfügung. Davon wurden 31,9 Millionen Tonnen oder 88 Prozent als Baustoff, als Düngemittel oder in anderen Anwendungen eingesetzt. Das geht aus aktuellen Zahlen des europäischen Schlackenverbands Euroslag hervor.

Nach Rechnung des Verbands blieb der Natur damit der Abbau von 38 Millionen Tonnen Gestein erspart. Außerdem wurden 11 Millionen Tonnen CO2 vermieden. Seit dem Jahr 2000 kommen so 1,25 Milliarden Tonnen Naturgestein und 330 Millionen Tonnen CO2 zusammen.

Die Hochofenschlacke wurde vollständig verwertet. Alle 19,3 Millionen Tonnen, also die Produktion des Jahres plus die Mengen aus den Lagern, fanden eine Verwendung. 17,5 Millionen Tonnen gingen als Hüttensand in die Zementherstellung, 1,8 Millionen Tonnen als Gesteinskörnung in den Beton- und Verkehrswegebau.

Bei der Stahlwerksschlacke sieht die Bilanz schwächer aus. Hier wurden 12,6 Millionen Tonnen verwertet, also rund drei Viertel. Der größte Teil davon ging mit 8,6 Millionen Tonnen in den Verkehrswegebau. Dazu kamen 1,3 Millionen Tonnen im Hochbau, 0,9 Millionen Tonnen in Düngemitteln und 1,8 Millionen Tonnen für metallurgische Zwecke. Gut vier Millionen Tonnen wurden nicht verwertet.

Das Thema gewinnt an Gewicht, weil die Stahlindustrie ihre Produktion umbaut. Euroslag werde sich weiter dafür einsetzen, dass die Nebenprodukte der Stahlindustrie „auch in einer transformierten Industrie“ als Sekundärrohstoffe genutzt werden können, sagt Verbandschef Thomas Reiche, zugleich Geschäftsführer des FEhS – Institut für Baustoff-Forschung. Dafür brauche es ausreichend finanzierte, praxisnahe Forschung und bessere Regeln auf nationaler und europäischer Ebene. Als Beispiele nennt er den Public Procurement Act und den Circular Economy Act der EU.

320°/re

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