DUH-Verpackungstest
Die Deutsche Umwelthilfe hat Supermärkte und Discounter auf Verpackungen untersucht. Bei Obst und Gemüse liegen die Discounter vorn, bei Getränken setzen manche ausschließlich auf Einweg. Selbst die Biomärkte verpacken inzwischen mehr als noch vor vier Jahren.
Verpackt, verschweißt, verkauft – Supermärkte bleiben beim Einweg
Wer bei Aldi, Lidl oder Netto Karotten kauft, bekommt sie meistens in Plastik. Rund 68 Prozent des Obst- und Gemüseangebots waren in den untersuchten Discounterfilialen verpackt. Das geht aus einem Verpackungstest der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hervor. Bei den Vollsortimentern Rewe, Edeka und Kaufland lag der Anteil mit 58 Prozent etwas niedriger.
„Noch immer bestimmen Einweg-Flaschen, Dosen und unnötig vorverpackte Lebensmittel die Regale großer Supermärkte und Discounter“, sagt DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.
Biomärkte deutlich vorn
Dass es auch mit weniger Verpackung geht, belegen laut DUH vor allem die Biomarktketten Alnatura, Denns und Bio Company. Dort lag der Verpackungsanteil bei Obst und Gemüse im Schnitt bei 16 Prozent.
Für die Untersuchung hat die DUH zwischen April und August insgesamt 48 Filialen besucht, jeweils vier von zwölf Ketten. Neben Aldi Süd, Aldi Nord, Lidl, Penny, Netto und Norma waren das Rewe, Edeka, Kaufland sowie die drei Biomarktketten. Die Prüfer gingen bestimmte Produktgruppen anhand eines standardisierten Testbogens durch. Repräsentativ ist die Analyse nach Angaben der Umwelthilfe nicht.
Bemerkenswert ist weniger der Abstand zwischen Discountern und Bioläden als die Entwicklung seit dem ersten DUH-Verpackungstest im Jahr 2022. Der Anteil verpackter Ware ist vielerorts gestiegen, auch dort, wo er ohnehin niedrig war. Bei Alnatura lag er zuletzt bei 11 Prozent, zehn Prozentpunkte mehr als vor vier Jahren. Bio Company kam auf 15 Prozent und damit sechs Punkte mehr, Denns auf 17 Prozent, ein Plus von sieben Punkten.
Noch deutlicher fiel der Anstieg beim Discounter Netto aus. Beim Discounter stieg der Verpackungsanteil bei Obst und Gemüse um 16 Prozentpunkte auf 74 Prozent – fast drei von vier Produkten.
Bei Getränken nur Einweg
Noch eindeutiger fällt das Bild bei Getränken aus. In den untersuchten Filialen von Lidl, Aldi Nord und Aldi Süd gab es Wasser, Saft, Softdrinks und Bier ausschließlich in Einwegflaschen. Die Vollsortimenter boten deutlich mehr Mehrweg an.
Das Verpackungsgesetz nennt für Getränke zwar eine Mehrwegquote von 70 Prozent, allerdings ohne Sanktionen. „Freiwilligkeit funktioniert nicht“, sagt Metz. Nötig seien verbindliche Regeln, auch beim Mehrweg. Wer Einwegverpackungen in Verkehr bringe, müsse stärker an den Umweltfolgen beteiligt werden.
Rückenwind kommt aus Brüssel, wenn auch mit Verzögerung. Die EU-Verpackungsverordnung PPWR gilt seit August dieses Jahres. Einwegplastik für unverarbeitetes Obst und Gemüse in Mengen unter 1,5 Kilogramm verbietet sie aber erst ab 2030.









