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Edelmetalle aus Anodenschlämmen

Aurubis nimmt neue Anlage in Betrieb

Bislang musste ein Teil der edelmetallhaltigen Anodenschlämme an Dritte vergeben werden. Nun erfolgt die Verarbeitung aller in der Aurubis-Gruppe anfallenden Schlämme in Hamburg. Die neue Anlage sei die „weltweitweit größte ihrer Art“.

„Mit dieser innovativen und sehr umweltfreundlichen Anlage sind wir erstmals in der Lage, die edelmetallhaltigen Anodenschlämme aus den Elektrolysen des Konzerns in Belgien, Bulgarien und Deutschland zentral an einem Standort zu verarbeiten“, erklärte Konzernchef Peter Willbrandt. Gleichzeitig sei es durch die Zusammenarbeit verschiedener Standorte und Bereiche gelungen, die Verfahrenstechnik zu verbessern. So erfolge zum Beispiel die Trocknung des Anodenschlamms nunmehr in einem innovativen, einstufigen Verfahren.

Aurubis stellt unter anderem börsenfähige Kupferkathoden aus Kupferkonzentraten, Altkupfer und anderen Recyclingrohstoffen her. Der Reinheitsgehalt beträgt 99,995 Prozent. Bei der Herstellung entstehen in der Elektrolyse Anodenschlämme. Darin sammeln sich unter anderem die Edelmetalle, die Aurubis mit den Rohstoffen Kupferkonzentrat bzw. Recyclingmaterial einkauft.

Bislang sind nur die Anodenschlämme aus der Elektrolyse in Hamburg sowie geringe Teilmengen aus dem Aurubis Recyclingzentrum Lünen am Standort Hamburg verarbeitet worden. Die dort bestehenden Anlagenkapazitäten waren jedoch nicht mehr ausreichend. Die Schlämme aus Pirdop (Bulgarien) und Olen (Belgien) sowie der überwiegende Teil aus Lünen mussten laut Aurubis bislang zur Weiterverarbeitung an Dritte abgegeben werden. Die zugrundeliegenden Verträge sind in diesem Jahr ausgelaufen, so dass Aurubis nun mit der neuen Anlage alle im Konzern anfallenden edelmetallhaltigen Anodenschlämme am Standort Hamburg aufarbeiten kann. Die Kapazität der Anlage liegt den Angaben zufolge bei rund 8.000 Tonnen Anodenschlamm jährlich, die Goldproduktion in Hamburg könnte von derzeit rund 35 Tonnen auf etwa 50 Tonnen jährlich ansteigen.

Bei einem Teil der neuen Anlage handelt es sich um eine energiesparende Innovation, die mit 328.000 Euro vom Bundesumweltministerium im Rahmen des Umweltinnovationsprogramms gefördert wurde: Durch die Entwicklung einer beheizbaren Membranfilterpresse kann der Energieverbrauch für die Trocknung der Schlämme um bis zu 35 Prozent gesenkt und somit gleichzeitig die CO2-Emissionen um 460 Tonnen pro Jahr nachhaltig reduziert werden.

Insgesamt betrug das Investitionsvolumen mehr als 50 Millionen Euro. Das 33 Meter hohe Gebäude der neuen Anodenschlammanlage mit einer Grundfläche von rund 4.000 m² befindet sich direkt neben dem Autobahn-kreuz Hamburg Süd und ist dort mit dem Aurubis-Logo an der Außenfassade zur neuen Landmarke des Hamburger Werks geworden. Verbaut wurden etwa 1.000 m³ Stahlbeton für das Fundament sowie 6.000 m3 Beton und rund 5.500 m² Fassadenbleche für das Gebäude.

 

Als Kasten: „Aurubis in Kürze“

Aurubis ist ein führender integrierter Kupferkonzern und zudem der größte Kupferrecycler weltweit. Das Hamburger Unternehmen produziert jährlich etwa 1 Millionen Tonnen Kupferkathoden und daraus diverse Kupferprodukte.

Aurubis beschäftigt rund 6.400 Mitarbeiter, verfügt über Produktionsstandorte in Europa und den USA sowie über ein ausgedehntes Service- und Vertriebssystem für Kupferprodukte in Europa, Asien und Nordamerika.

Im Kerngeschäft produziert der Konzern börsenfähige Kupferkathoden aus Kupferkonzentraten, Altkupfer und anderen Recyclingrohstoffen. Diese werden im Unternehmen zu Gießwalzdraht, Stranggussformaten, Walzprodukten, Bändern sowie Spezialdrähten und Profilen aus Kupfer und Kupferlegierungen weiterverarbeitet. Edelmetalle und eine Reihe anderer Produkte wie Schwefelsäure und Eisensilikat ergänzen das Produktportfolio.

Zu den Kunden von Aurubis zählen u. a. Unternehmen der Kupferhalbzeugindustrie, der Elektro-, Elektronik- und der Chemieindustrie, sowie Zulieferer für die Branchen Erneuerbare Energien, Bau- und Automobilindustrie. Die Aurubis-Aktie gehört dem Prime Standard-Segment der Deutschen Börse an und ist im MDAX, dem Europäischen Stoxx 600 und dem Global Challenges Index (GCX) gelistet.

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