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Barzahlung im Schrotthandel

Barzahlung: SPD schlägt Obergrenze vor

Kommt das Barzahlungsverbot im Schrotthandel nun doch? Oder zumindest teilweise? Ein Vorstoß der SPD für eine Obergrenze sorgt für neue Diskussionen.

Ein Mann überfällt eine Bank und verlässt sie mit leeren Händen. Warum? Weil es dort kein Bargeld gibt. Was wie ein lausiger Scherz klingt, ist in Wahrheit eine Geschichte, die sich 2013 in Schweden tatsächlich ereignet hat. Und sie ist eine Folge der gesellschaftlichen Entwicklung, dass immer weniger Geschäfte in bar getätigt werden. In den USA beispielsweise wird inzwischen fast jeder Kaffee mit Kreditkarte gezahlt, in Dänemark wird im kommenden Jahr gar kein Bargeld mehr hergestellt.

Bargeld ist teilweise nicht nur unpraktisch, sondern auch teuer. Schätzungen gehen davon aus, dass es pro Bürger im EU-Raum jährlich 150 Euro kostet. Für einige Experten ist es daher nur noch eine Frage der Zeit, bis so gut wie alle Transaktionen bargeldlos getätigt werden und die Bezahlung mit Scheinen und Münzen der Vergangenheit angehört.

In Deutschland ist von einem solchen Trend wenig zu spüren. Laut Statistiken der Bundesbank wird nach wie vor mehr als die Hälfte aller Einkäufe in Deutschland in bar bezahlt. Das ist kaum weniger als noch vor fünf Jahren. In ganz Europa wurden gerade erst neue Euroscheine eingeführt – sie sollen den Handel sicherer machen. Denn der Bargeldverkehr führt auch immer wieder zu Geldwäsche und Terrorismusfinanzierungen.

Aus diesem Grund will nun auch die SPD-Bundestagsfraktion den Bargeldhandel begrenzen. Die Fraktion fordert in einer Petition eine Obergrenze für Barzahlungen in Höhe von 5.000 Euro und die Abschaffung der 500-Euro-Noten. Laut SPD werden in Deutschland jährlich fast 60 Milliarden Euro gewaschen – das entspricht etwa einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

„Diskriminierung und Kriminalisierung der Branche“

Da die Obergrenze für alle Branchen gelten soll, ist auch der Schrotthandel alarmiert. Die Branche muss sich schon seit langem den Vorwurf gefallen lassen, dass dort immer wieder illegale Transaktionen getätigt werden. Die Finanzämter sehen mit Argwohn, dass viele Schrottlieferungen in bar bezahlt werden. Die Branche selbst ist sich uneins, wie sie damit umgehen soll. Der Stahlrecyclingverband BDSV befürwortet schon seit Jahren ein Barzahlungsverbot. Der Verband Deutscher Metallhändler VDM und der Entsorgerverband bvse wehren sich vehement.

Nach dem SPD-Vorstoß betont der VDM einmal mehr, dass ein Verbot von Bargeschäften nicht zielführend sei. Selbst die Schwelle von 5.000 Euro wird kritisch bewertet – sofern es sich um einen deutschen Alleingang handle. Für VDM-Präsident Thomas Reuther ist ein Bargeldverbot im Schrotteinkauf eine „Diskriminierung und Kriminalisierung der Branche“. Ein Verbot würde die Kriminalität nur verlagern, schon jetzt sei der Überweisungsbetrug gestiegen.

Laut Reuther reichen die derzeit bestehenden Kontrollmechanismen durchaus aus. Für eine bargeldlose Zukunft malt der VDM-Präsident ein gar düsteres Bild: „Wir müssen aufpassen, dass wir mit zusätzlichen Verboten und Kontrollen nicht die Grenzen des Zumutbaren überschreiten“, so Reuther. „Sonst nähern wir uns in großen Schritten einer Welt der totalen Überwachung, die George Orwell schon in seinem Buch 1984 beschrieben hat.“

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