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Lebensmittelabfälle

BDE fordert Getrenntsammlung bei Supermärkten

Die Entsorgungswirtschaft will Supermärkte und Discounter stärker in die Verantwortung nehmen: Sie sollen Lebensmittelabfälle künftig trennen. Der Handel ist davon wenig begeistert.

Der Entsorgerverband BDE fordert von Supermärkten und Discountern, ihr nicht mehr haltbares Fleisch sowie ihr verdorbenes Obst und Gemüse vorzusortieren. Die Bioabfälle sollten in zwei verschiedenen Tonnen zur Abholung bereitgestellt werden, verlangt Verbandspräsident Peter Kurth. In die eine Tonne sollten alle unverpackten Lebensmittel und in die andere Tonne die Lebensmittel, die in Plastik und anderen Verpackungen aufbewahrt sind.

Bisher steht laut BDE in der Regel nur eine Tonne bereit – darin liegen zum Beispiel Nackensteaks in Plastikfolie neben verdorbenen Äpfeln, Zitronen und Salatköpfen, die unverpackt sind. Die Entsorger müssten die Verpackungen dann aufwendig von den Bioabfällen trennen, damit die ökologisch verwertbaren Bestandteile zu Kompost oder Biogas werden können.

„Für die saubere Abfalltrennung kann der Entsorger nicht allein in Verantwortung genommen werden“, betont Kurth. Nur die getrennte Erfassung stelle ein hochwertiges Recycling sicher und schaffe „die besten Voraussetzungen für eine effiziente Beseitigung aller Störstoffe“. Kurth verwies auf Privathaushalte, die schließlich auch vorsortierte und verdorbene Lebensmittel nicht mit deren Plastikschale in die Biotonne werfen sollen.

HDE: Zwei Tonnen brauchen mehr Platz

Die Forderung des BDE steht offenkundig im Zusammenhang mit der geplanten Novelle der Bioabfallverordnung. Demnach dürfen Bioabfälle vor der Behandlung künftig nicht mehr als 0,5 Prozent Fremdstoffe enthalten. Die neuen Vorgaben sollen für die Stufe vor der biologischen Behandlung (Kompostierung, Vergärung) oder der Gemischherstellung gelten – unabhängig davon, ob es sich um verpackte Lebensmittelabfälle aus dem Handel und der Produktion oder um Abfälle aus der privaten Biotonne handelt. Der Lebensmitteleinzelhandel ist von der Reform bisher nicht betroffen.

Der Handelsverband Deutschland ist wenig begeistert von der Forderung des BDE. Zwar werde so eine Trennung dort, wo es gehe, schon oft vorgenommen, sagt HDE-Geschäftsführerin Antje Gerstein. „Eine Verpflichtung zur getrennten Entsorgung würde für viele Händler aber Platz- und Logistikprobleme auslösen.“ Das Volumen verpackter Abfälle sei größer, diese müssten also deutlich öfter abgeholt werden. „Zudem brauchen zwei Tonnen mehr Platz, was nicht auf allen Handelsflächen ohne weiteres möglich ist.“ Sie verwies darauf, dass spezialisierte Entsorgungsfirmen über die notwendige Technik zur Abfalltrennung nach Abholung verfügten.

 

© 320°/dpa | 19.02.2021

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