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Verbundforschung

Di-Link: Mit digitalen Infos zu mehr Rezyklateinsatz

Während die Coronakrise die Industrie in die Knie zwingt, läuft die Forschung vielerorts weiter. In zahlreichen Verbundprojekten forschen Experten an Lösungen für die Kreislaufwirtschaft. Wir stellen Ihnen in unregelmäßigen Abständen ausgewählte Projekte vor.

Wie können digitale Daten über Kunststoffabfälle dazu beitragen, dass in der Industrie mehr Rezyklate eingesetzt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Verbundprojekt Di-Link – kurz für „Digitale Lösungen für industrielle Kunststoffkreisläufe“ – seit Sommer vergangenen Jahres. Drei Jahre soll das Projekt dauern, gestartet wurde es im Juni 2019.

Das Ziel:

Während des Projekts sollen neue digitale Lösungen entwickelt werden, die den Einsatz von Recyclingkunststoffen in der Industrie fördern sollen. Denn für die Wissenschaftler stand von Anfang an fest: Der Hauptgrund für den geringen Einsatz von Rezyklaten liegt an den Informationsdefiziten des Marktes über die Qualität und Verfügbarkeit der Sekundärrohstoffe.

Ein weiteres Hemmnis für den Einsatz von Rezyklaten ist nach Auffassung der Wissenschaftler, dass die Produkteigenschaften häufig von Charge zu Charge schwanken. Mithilfe der zu entwickelten „Di-Link“-Sensoren sollen diese Schwankungen erkannt und vermieden beziehungsweise digital dokumentiert werden. In einem weiteren Schritt sollen dann die Rezyklatabnehmer die relevanten Informationen zu den Materialien erhalten und die Prozesse entsprechen anpassen können.

Die Partner:

Auf Forschungsseite wird das Projekt von drei Partnern durchgeführt: dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, dem Kunststoff-Zentrum Würzburg (SKZ) sowie dem Forschungsinstitut für Rationalisierung der RWTH Aachen (FiR). Aus der Industrie sind die Unternehmen INFOSIM sowie Hoffmann + Voss und MKV Kunststoffgranulate beteiligt.

Der aktuelle Stand:

„In Di-Link haben wir zunächst eine Erhebung der Ausgangslage vorgenommen und auf der Basis von Recherchen und Interviews die aktuelle Lage der Wertschöpfungskette im Kunststoffrecycling in der BRD untersucht, wobei unser Augenmerk vor allem auf dem Einsatz von Rezyklaten lag und auf den Faktoren, die diesen verhindern“, beschreibt Holger Berg vom Wuppertal Institut die ersten Schritte.

Die Analyse der Ist-Situation hat laut Berg die Annahme bestätigt, dass nach wie vor fehlende Informationen und Annahmen über die Rezyklatqualität eine große Rolle spielen. „Dies betrifft mitunter das Vorliegen handfester Informationen wie Reinheitsgrad oder fehlender Kenntnisse zum Rezyklateinsatz ebenso wie Vorurteile und zuweilen mangelndes Vertrauen zwischen den einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette.“

Die Perspektive:

Derzeit ist das Forschungsteam laut Berg dabei, die im Projekt zur Anwendung kommenden Tools und Instrumente zu entwickeln beziehungsweise weiterzuentwickeln. Weitere Projektpartner sucht Berg derzeit nicht, „aber wir forschen mit unseren Partnern aktiv in vielen Strängen dieses Themas und freuen uns über Interesse und Partner für zukünftige Vorhaben“, sagt der Wissenschaftler.


Das Projekt ist Teil einer Reihe von Forschungsvorhaben, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen ReziProK-Initiative (Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft – Innovative Produktkreisläufe) fördert. Die Fördermaßnahme wiederum ist Teil des BMBF-Forschungskonzeptes „Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft“.

 

© 320°/ek | 01.04.2020

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