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Nachhaltiges Hochhaus

Erstes Holz-Hochhaus ist fast vollständig recycelbar

Geschraubt statt geklebt, austauschbare Einzelteile und vor allem viel Holz: In Heilbronn steht seit kurzem das größte Holz-Hochhaus Deutschlands. Es soll tonnenweise CO2 einsparen – und fast vollständig recycelbar sein.

Im neu geschaffenen Stadtteil Neckarbogen steht seit kurzem ein zehnstöckiges Hochhaus, das neue Maßstäbe im nachhaltigen Hochbau setzen will. Skaio heißt das 34 Meter hohe Gebäude, das von dem Berliner Architekturbüro Kaden+Lager geplant wurde. Es ist derzeit das höchste Holzwohnhaus in Deutschland.

Insgesamt wurden in dem Hochhaus 1.280 Quadratmeter Holz verarbeitet. Der nachwachsende Rohstoff macht den Großteil der verbauten Materialien von Skaio aus. So besteht die Stützkonstruktion aus stabilem Brettschichtholz und die Decken und Wände sind aus Fichtenholz aus Deutschland. Die meisten Teile wurden als fertige Bauelement angeliefert. Rund 1.200 Tonnen CO2 können laut Architekturbüro durch den Holzeinsatz gebunden werden.

Aluminiumfassade wegen Brandschutz

Ganz ohne Beton kommt das Holzhochhaus allerdings nicht aus. Treppenkern und Sockelgeschoss sind aus Stahlbeton geformt, daneben besteht die Tragstruktur aus einer Holz-Stahl-Hybridkonstruktion. Die Fassade ist mit Aluminium verkleidet – unter anderem aus Brandschutzgründen.


Holz-Hochhaus Skaio in Heilbronn:

Fotos: Kaden+Lager

Neben dem Fokus auf Holz haben die Architekten auch versucht, das Gebäude so recyclingfähig wie möglich zu bauen. „Das Besondere an Skaio: es ist vollständig und zerstörungsfrei zerlegbar“, sagt Architekt Tom Lager. „Alle Materialien sind sowohl wiederverwendbar wie auch recyclingfähig. Auf den Einsatz von Silikonen oder Brandchemie wurde verzichtet. Auch Verbundwerkstoffe wurden nicht verwendet.“ Damit auch im laufenden Betrieb Einzelteile umweltschonend ausgetauscht werden können, wurde meistens geschraubt statt geklebt. Die Bäder sind vorgefertigte, selbsttragende Sanitärraumeinheiten.

Derzeit ist Skaio eine Art Eingangstor zur Bundesgartenschau 2019, die seit dem 17. April in Heilbronn stattfindet und noch bis zum 6. Oktober 2019 dauert. Die Aussteller setzen dabei weniger auf Blumen und Blüten, sondern wollen ein ganzes Stadtquartier präsentieren. Neben Skaio wurde deshalb vom Bauherren Stadtsiedlung Heilbronn GmbH das gesamte Quartier Neckarbogen als neues Viertel für die Ausstellung auf einem ehemaligen Hafen- und Industriegebiet errichtet. Auch ein Kindergarten und eine Jugendherberge wurde neu gebaut. Wenn die Bundesgartenschau ihre Pforten schließt, sollen Mieter und Gewerbe in das Hochhaus einziehen. Das Hochhaus bietet Platz für 60 Wohnungen.

 

© 320°/ek | 25.09.2019

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