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Neue Entwicklung

Klebe-Etiketten aus 100 Prozent recyceltem PE

Es tut sich einiges im Bereich Recyclate. Fast wöchentlich verkünden Unternehmen, dass sie Produkte ins Sortiment nehmen, die Großteils bis komplett aus recyceltem Material bestehen. Nun haben drei Unternehmen ein Folienetikett entwickelt, das aus 100 Prozent recyceltem Polyethylen hergestellt wurde.

In Gemeinschaftsarbeit haben drei Unternehmen ein Folienetikett entwickelt, das zu 100 Prozent aus recyceltem Polyethylen (PE) besteht. Das sei wahrscheinlich eine Weltpremiere, teilten die Druckerei Schäfer-Etiketten und der Haftmaterialspezialist Herma gemeinsam mit. Die beiden Firmen haben das Etikett mit Unterstützung des auf PE-Folien spezialisierten Unternehmens Polifilm entwickelt.

Der Rohstoff des Etiketts kommt nach Unternehmensangaben je zur Hälfte aus Industrieabfällen und aus PE-Verpackungen, die im Haushalt anfallen – beispielsweise Kunststoffflaschen oder Verpackungen. „Das neuartige Haftmaterial ist sehr gut bedruckbar, sowohl im Flexo-, als auch im Offset-, Sieb- und Digitaldruck“, sagt Volker Hurth, Branchenmanager Kosmetik bei Schäfer-Etiketten. Entsprechend gebe es bereits erste Aufträge.

Stippen aus dem Recyclingprozess erkennbar

Grundsätzlich sind die Etiketten laut Hurth zwar weiß, bei genauem Hinsehen seien aber sogenannte „gels“ zu erkennen – kleine Stippen, die im Recyclingprozess entstehen. Für Hurth könnten die gels aber durchaus auch Vorteile bringen: „Sie verleihen dem Material einen authentischen Charakter und sind zum Beispiel für Endverbraucher ein Hinweis darauf, dass tatsächlich Recyclingmaterial zum Einsatz kommt. Das neue Etikett ist also ideal für Marken und Hersteller, die generell bei ihren Verpackungsmaterialien den Nachhaltigkeitsgedanken zum Ausdruck bringen wollen.“

Auch der Entwicklungschef bei Herma, Ulli Nägele, ist mit dem Ergebnis zufrieden. Das Material lasse sich gut beschichten und ohne Einschränkungen in den gängigen Rollengrößen konfektionieren. Die Etiketten seien ein weiterer Ansatz, um die Umweltbilanz von Verpackungen zu optimieren.

„Wir sollten Kunststoffe nicht verteufeln. Sie haben uns auf vielen Gebieten enormen Fortschritt gebracht“, sagt Nägele. „Wichtig ist jedoch, dass wir die Wegwerfmentalität immer wieder hinterfragen, mehr in Stoffkreisläufen denken und diese dann auch aktiv anschieben oder fördern.“

Weitere Nachhaltigkeitsprojekte bei Herma

Herma forscht nach eigenen Angaben auch in anderen Nachhaltigkeitsprojekten. So habe das Unternehmen kürzlich gezeigt, wie sich mithilfe von selbstentwickelten mehrschichtigen Haftklebern bessere Resultate bei Wash-off-Prozessen erzielen lassen. Dabei geht es laut Herma darum, Etikettenmaterialien samt Haftkleber rückstandsfrei von Kunststoffverpackungen abzulösen, um ein möglichst reines Granulat zurückzugewinnen, und zwar ohne die Haftungseigenschaften von Etiketten einzuschränken.

Ein weiteres Projekt will Herma im Herbst vorstellen: ein trägerbandloses Etikettensystem. Wie das Unternehmen beschreibt, zielt es speziell auf die täglich allein in Deutschland millionenfach benötigten Versandetiketten ab. Die Entsorgung großer Mengen an nutzlosem Unterlagenmaterial in Logistik- und Versandzentren wäre damit demnach komplett überflüssig: Es würde überhaupt nicht mehr anfallen.

Schäfer-Etiketten hat seinen Sitz in Wolfschlungen bei Stuttgart und produziert hochwertige Selbstklebeetiketten für die Pharmazie und Kosmetikindustrie. Der Jahresumsatz der verbundenen Unternehmen mit insgesamt 200 Mitarbeitern liegt bei 30 Millionen Euro. Herma ist ein Spezialist für Selbstklebetechnik und hat den Sitz in Filderstadt. Das Unternehmen beschäftigt 1.051 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 361,3 Millionen Euro.

 

© 320°/ek | 05.06.2019

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