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Marktentwicklung für 2014

Markt für Edelstahlschrott zeigt aufwärts

Das laufende Jahr könnte für den Edelstahl-Markt die Kehrtwende bringen. Die Aussichten sind gut, dass Nachfrage und Preise weiter anziehen werden. Davon dürfte auch Edelstahlschrott profitieren. Die Nachfrage nach 18/8-Schrott hat sich bereits verbessert.

Das Jahr 2014 hat sich bislang gut entwickelt für die Edelstahlindustrie. Der Nickelpreis ist kontinuierlich gestiegen und nähert sich aktuell der 18.000 Dollar-Marke. Im vierten Quartal 2013 lag die durchschnittliche Notierung noch unter 14.000 US-Dollar. Außerdem expandiert der asiatische Markt. Allein in China ist die Edelstahlproduktion im vergangenen Jahr um 18 Prozent auf über 20 Millionen Tonnen gestiegen. Inzwischen liegt der Gesamtanteil Asiens an der weltweiten Produktion bei 72 Prozent.

Zugute kommt dem Markt auch Indonesiens Ausfuhrverbot für unraffinierte Nickelerze, das Anfang des Jahres in Kraft getreten ist. „Damit könnten sich die Spielregeln im Edelstahlmarkt für die nächsten Jahre diametral ändern“, glaubt Oryx Stainless, das drittgrößte Edelstahlschrott-Handelsunternehmen. Nickelerze waren in der Vergangenheit die wesentliche Quelle zur Deckung des chinesischen Rohstoffbedarfs für Nickel. Die Nickelerze wurden in China zum Primärnickelprodukt Nickel Pig Iron (NPI) raffiniert.

Statistik: Anteil der Volksrepublik China an der weltweiten Nachfrage ausgewählter Industrierohstoffe im Jahr 2011 | StatistaDa diese Rohstoffquelle nun versiegt ist, rechnet Oryx Stainless mit mittelfristig steigenden Nickelpreisen. Auch die Nachfrage nach Edelstahlschrott werde künftig anziehen. „Das Ausfuhrverbot für Nickelerz könnte die Spielregeln des Edelstahl- und Schrottmarktes komplett ändern“, meint Ewout Slooff, Executive Director von Oryx Stainless. Davon dürften auch die europäischen Edelstahlproduzenten profitieren. „Die Nachfrage nach Edelstahlschrott, insbesondere in Asien, wird nicht zuletzt aufgrund des Preisvorteils für den Sekundärrohstoff ebenfalls deutlich steigen. Hinzu kommt, dass China grundsätzlich einen Nachholbedarf beim Einsatz von Edelstahlschrott bei der Produktion neuen Edelstahls hat.“ So setze China nicht einmal 15 Prozent Schrott in der Edelstahlproduktion ein. In anderen Ländern liegt der Anteil bei mehr als 50 Prozent.

Rückkehr in Gewinnzone

Oryx Stainless erwartet deshalb für 2014 einen weltweiten Nachfrageanstieg von 5 Prozent. Wesentliche Wachstumsbeiträge dürften auch die Märkte in Europa und den USA liefern. Der Münchner Edelstahl-Hersteller Damstahl geht davon aus, dass die Rabatte auf Schrottwerte von 25 Prozent im vierten Quartal 2013 auf 22 Prozent im ersten Quartal 2014 zurückgehen werden. Die Nachfrage nach 18/8-Schrott von europäischen Rostfrei-Stahlwerken habe sich im ersten Quartal verbessert, aber auch chinesische und indische Werke seien mehr und mehr an europäischem Rostfrei-Schrott interessiert.

Ähnlich wie Oryx Stainless rechnet auch Damstahl mit einem steigenden Edelstahl-Markt. Die Ertragslage sei zwar noch immer nicht zufriedenstellend, aber steigende Nickelpreise in Kombination mit höheren Basispreisen würden die Werke in den kommenden Monaten wieder zurück in die Gewinnzone bringen, heißt es seitens des Unternehmens. Unterstützt wird diese Entwicklung von durchweg positiven Wachstumsprognosen für die Endverbrauchermärkte Bau, Konsumgüter, Automobil und Maschinenbau.

Noch aber läuft die Marktentwicklung schleppend. Laut Damstahl betrug die europäische Rostfrei-Rohstahlproduktion im Januar 670.000 Tonnen. Das sind 20.000 Tonnen weniger als im Januar 2013. Dass die Produktion trotz der verbesserten Nachfrage in Europa zurückging, könnte laut Damstahl die Folge der endgültigen Abschaltung des Betriebs von Outokumpu in Krefeld im Dezember 2013 sein. Außerdem seien Lieferungen aus Italien und Finnland nach Outokumpu ausgesetzt worden.

Outokumpu hatte nach verlustreichen Quartalen angekündigt, die Kosten bis 2017 um 450 Millionen Euro zu reduzieren. Im Zuge dessen wird der Konzern bis Ende März 2015 auch die Schmelze in Bochum schließen. Außerdem hatte der finnische Konzern die Unternehmen VDM und AST an ThyssenKrupp abgegeben.

Damstahl geht nun davon aus, dass AST mit dem neuen Eigentümer versuchen wird, Marktanteile in Deutschland zu gewinnen. Das wiederum könnte die Preiserhöhungen in Deutschland etwas dämpfen.

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