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Internationaler Markt

NE-Metalle: Knappe Schrottvorräte in China und gute Nachfrage in Deutschland

Rubrikfoto Märkte

Die angekündigten US-Importzölle werfen ihren Schatten auf die NE-Metallschrottmärkte. Unterdessen zeigen Chinas neue Importregeln erste Auswirkungen auf den globalen Handel. Ein Überblick über die internationalen Schrottmärkte.

Der Internationale Recyclingverband BIR stellt sich klar gegen die Importzölle, die US-Präsident Donald Trump vor wenigen Wochen verkündet hat. „Unser Standpunkt war immer sehr klar: Wir sind für freien und fairen Handel“, kommentiert David Chiao, Präsident der NE-Metall-Sparte im aktuellen Marktbericht die Strafzahlungen auf Aluminium- und Stahlimport. „Wir müssen nun abwarten, was dieser Schachzug für Auswirkungen auf unsere Industrie hat.“

Neben den Importzöllen bewegt die Experten aus den Regionen auch die Umweltpolitik Chinas sowie die erfreulich boomende Wirtschaft, die mancherorts bereits zu einem Expertenmangel in Recyclingbetrieben führt.

USA

In den USA glauben die Metallhersteller, zumindest kurzfristig von den Zöllen profitieren zu können. Laut Andy Wahl von TAV Holdings planen bereits mehrere ältere Aluminiumfabriken, die Primärproduktion wieder aufzunehmen. Außerdem haben offenbar kanadische Produzenten angedeutet, dass sie in den USA neue Aluminiumwalzwerke bauen wollen.

Während die Preise für Primär-Aluminium zum Jahresbeginn angesichts der drohenden Zölle kurzfristig fast um 90 Prozent anstiegen, haben die Aluminiumschrott-Notierungen sich kaum verändert, berichtet Wahl. Unterdessen haben Metall-Recyclingunternehmen offenbar Probleme, geeignetes Personal zu finden und kämpfen mit weiterhin steigenden Transportkosten.

Wie Wahl weiter berichtet, machen sich den USA mittlerweile die Auswirkungen von Chinas Importbeschränkungen auf isolierten Kupferdraht bemerkbar. Infolge laufen die Zerkleinerungsmaschinen für den Draht in den USA mit voller Auslastung und das Angebot an Kupferschrott für die Verarbeiter ist deutlich höher als die Nachfrage.

China

Aus China berichtet Shen Dong von der OmniSource Corporation, dass aufgrund der neuen rechtlichen Vorschriften und Importbeschränkungen seit Jahresbeginn die meisten Schrottvorräte eher knapp sind. Besonders im Kupferbereich gibt es zwar Pläne, neben den Minen auch neue Schmelzhütten zu bauen, diese würden aber nur langsam voranschreiten.

Dass die neuen Importbeschränkungen für trockene Abfälle durchaus Veränderungen für den weltweiten Abfallhandel bringen, zeigen die Zahlen des Umweltministeriums:  Bis Ende Februar wurden nur 430.000 Tonnen gemischter Metallschrotte ins Land gelassen. Laut David Chiao sind das gerade mal zehn Prozent der Menge von 2017.

Seit 1. März gelten laut China-Experte Ma Hongchang außerdem neue Grenzwerte für verunreinigte Schrott-Importe:  Für Schlacke, Eisenschrott, alte Motoren, Kabeln und Drähten, liegen sie beispielsweise bei 0,5 Prozent. Für NE-Schrotte liegt der Grenzwert bei einem Prozent.

Wie Hongchang erklärt, arbeitet das Umweltministerium weiter daran, Firmen besonders zu überwachen, die mit Metallschrotten arbeiten. Bereits im vergangenen Jahr wurden bei 60 Prozent der rund 1.700 untersuchten Unternehmen Verstöße festgestellt. Als Konsequenz wurden 940 Unternehmen mit Geldstrafen belegt, 32 Manager angeklagt und 94 Firmen geschlossen. Die strenge Überwachung soll noch bis 2020 fortgeführt werden.

Japan

Die Wirtschaft in Japan genießt derzeit das zweitstärkste Wachstum seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Laut Shigenori Hayashi von Daiki Aluminium Industry führt das unter anderem zu einer sehr guten Nachfrage nach Aluminiumschrott-Legierungen. Diese wiederum werden in Komponenten für verschiedene Antriebstechnologien verwendet, die verstärkt aus Japan exportiert werden. Der Nachteil der blühenden Wirtschaft ist laut Hayashi, dass die Recyclingunternehmen ähnlich wie in den USA keine guten Mitarbeiter mehr finden.

Deutschland

In Deutschland sorgt laut Murat Bayram von European Metal Recycling vor allem die Gerichts-Entscheidung für mögliche Diesel-Fahrverbote für Nervosität unter den Aluminiumherstellern und Schrotthändlern. Grundsätzlich seien aber Stimmung un Nachfrage gut. Ebenso im Kupferschrottbereich: Trotz immer stärkeren Konkurrenz von anderen Materialien werde vor allem im Sektor Elektroauto eine wachsende Nachfrage erwartet. Zu kämpfen hatten alle Händler jedoch mit dem Wetter. Die extrem kalte Polarluft sorgte überall für Lieferverspätungen und Engpässe.

Italien

Die italienischen Metallhändler setzen laut Leopoldo Clemente von LCD Trading immer mehr auf kurzfristige und befristete Verträge – kaum einer glaubt noch an langfristige Programme. Das führt zu harten Verhandlungen und Spekulationen. Im Großen und Ganzen wird in Italien aber für 2018 mit einem guten Jahr gerechnet – auch weil weiterhin in die Infrastruktur investiert werden soll und alleine die Automobilbranche in den vergangenen Jahren ein Plus von 6,6 Prozent bei der Herstellung verzeichnen konnte.

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