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Geschäftszahlen 2020

Recyclinggeschäft rettet Umicore die Halbjahresbilanz

Wie viele andere Unternehmen gerät auch Umicore während der Corona-Pandemie ins Schlingern. Dass der belgische Konzern dennoch ein stabiles Halbjahresergebnis ausweist, liegt am brummenden Geschäftsfeld Recycling. Eine Produktionsstätte in den USA wird dennoch geschlossen.

Die Corona-Krise geht auch an dem belgischen Material- und Technologiekonzern Umicore nicht spurlos vorüber. Besonders in den beiden Geschäftsbereichen Catalysis und Energy & Surface Technologies sind die Zahlen in den Keller gerutscht. Dass die Bilanz für das erste Halbjahr 2020 dennoch positiv ausfällt, ist allein der dritten Sparte, dem Geschäftsfeld Recycling, zu verdanken. Das bereinigte EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) stieg dort um 150 Prozent – und machte mit 191 Millionen Euro mehr als 80 Prozent des Konzern-EBITs aus.

Insgesamt erwirtschaftete Umicore mit allen drei Geschäftsbereichen ein bereinigtes EBIT von 234 Millionen Euro. Das bedeutet eine Steigerung um 1 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2019. Der Konzernumsatz belief sich in den ersten 6 Monaten auf 1,6 Milliarden Euro – ein Minus von etwa 4 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2019.

Mit diesen weitgehend stabilen Zahlen habe Umicore seine „Widerstandsfähigkeit gegenüber extremen Schocks bewiesen und die Komplementarität seiner Geschäftsaktivitäten unter Beweis gestellt“, kommentierte das Unternehmen die Ergebnisse. „Dabei konnte besonders die starke Leistung im Bereich Recycling die Folgen des Abschwungs der Automobilindustrie auf die Geschäftsergebnisse der Bereiche Catalysis und Energy & Surface Technologies ausgleichen.“

Plus 150 Prozent in der Recyclingsparte

Mit dem bereinigten EBIT von 191 Millionen Euro liegt das Ergebnis der Recyclingsparte 150 Prozent über dem Wert im Vorjahreszeitraum (76 Millionen Euro). Auch der Umsatz kletterte nach oben: Er verbesserte sich von 313 Millionen Euro auf 440 Millionen Euro – ein Plus von 40 Prozent.

Die Umsatz- und Ergebnissteigerung erklärt Umicore mit einem erhöhten Volumen, höheren Metallpreisen und vorteilhaften Handelsbedingungen. Außerdem habe der Geschäftsbereich Precious Metals Refining von einem günstigen Versorgungsumfeld und einer höheren Verfügbarkeit der Schmelzanlage in Hoboken im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 profitiert. Damals wurde die Schmelzanlage aufgrund geplanter Wartungsarbeiten für sieben Wochen stillgelegt.

75 Prozent weniger EBIT im Bereich Catalysis

Weniger gut sieht die Bilanz im Geschäftsfeld Catalysis aus: Das bereinigte EBIT fiel gegenüber dem Vorjahreszeitraum (99 Millionen Euro) um 75 Prozent auf 21 Millionen Euro. Auch der Umsatz ging von 717 Millionen Euro auf 571 Millionen Euro zurück.

Schuld an der rückläufigen Entwicklung war laut Umicore vor allem Rückgang des globalen Automobilmarktes. Allerdings konnte das Chinageschäft das Minus ein wenig abfedern. „Aufgrund des Stillstands der Produktionslinien der Automobilkunden musste Umicore die Produktion in den meisten Werken für Autoabgaskatalysatoren für mehrere Wochen einstellen, was sich stark auf die Ertragslage auswirkte“, erklärt das Unternehmen.

Die Einbußen im Geschäftsbereich Energy & Surface Technologies führt Umicore unter anderem auf die weltweit rückläufige Marktentwicklung für elektrifizierte Fahrzeuge zurück. Im Ergebnis ist das bereinigte EBIT von 102 Millionen Euro auf 54 Millionen Euro (minus 47 Prozent) gesunken. Der Umsatz ging von 607 Millionen Euro auf 557 Millionen Euro zurück (minus 8 Prozent).

Dividende wird gesenkt, Produktion in Tulsa eingestellt

Um die Pandemie als Unternehmen zu überstehen, hat Umicore nach eigenen Angaben einige Maßnahmen ergriffen, um Kosten zu senken, das Betriebskapital zu optimieren und bestimmte Investitionen zu verschieben. So wurden Produktionskapazitäten angepasst und ein Teil der 11.000 Mitarbeiter kurzfristig freigestellt. Außerdem beschloss Umicore, seine nordamerikanischen Aktivitäten zur Herstellung von Autoabgaskatalysatoren in Burlington, Kanada, zu konsolidieren und die Produktion von Autoabgaskatalysatoren in Tulsa, USA, einzustellen.

Aktuell hätten alle anderen Produktionsstandorte den Betrieb wieder aufgenommen und die meisten freigestellten Mitarbeitenden seien wieder an ihre Arbeit zurückgekehrt. Als weitere Maßnahme beschloss der Aufsichtsrat von Umicore, die Dividende für 2019 auf 0,375 Euro pro Aktie gegenüber dem ursprünglichen Vorschlag von 0,75 Euro pro Aktie zu senken.

Trotz der Ungewissheit durch die Pandemie-Entwicklung rechnet Umicore damit, dass das bereinigte EBIT im Bereich Recycling deutlich über dem Niveau von 2019 liegen wird. Allerdings betont das Unternehmen: „Aufgrund einer geplanten vierwöchigen Wartungspause der Schmelzanlage in Hoboken und saisonaler Effekte in anderen Geschäftsbereichen sollte nicht von der Leistung des ersten Halbjahres im Geschäftsfeld Recycling auf das zweite Halbjahr geschlossen werden.“

Das bereinigte EBIT in den Geschäftsfeldern Catalysis und Energy & Surface Technologies dagegen werde voraussichtlich unter Vorjahresniveau bleiben. Unterm Strich erwartet Umicore ein Gesamtergebnis, das unter dem Ergebnis von 2019 liegen wird.

 

© 320°/ek | 03.08.2020

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