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Metallrückgewinnung

Schlackeaufbereitung mit künstlichen Blitzen

Quelle: Selfrag AG

In der Schweiz wurde ein neues Verfahren für das Recycling von Schlacke aus Müllverbrennungsanlagen entwickelt. Die Entwickler versprechen, dass doppelt so viele Metalle zurückgewonnen werden können.

Das Schweizer Unternehmen Selfrag will die Schlacke aus Müllverbrennungsanlagen (MVA) mithilfe eines Hochspannungs-Fragmentationsverfahrens aufbereiten und damit deutlich mehr Metalle zurückgewinnen als derzeit möglich ist. Nach Angaben des Unternehmens ist das Verfahren weltweit einzigartig und soll Anfang 2016 in der MVA in Posieux im Schweizer Kanton Freiburg in Betrieb gehen.

Bei dem Verfahren werden von Hochleistungspulsgeneratoren elektrische Ladungen erzeugt, die laut Selfrag mit Blitzen vergleichbar sind. Die Schockwellen, die dadurch entstehen, sollen die Schlackebestandteile trennen und reinigen. „Die selektive Natur der Fragmentierung ermöglicht eine bedeutende Verbesserung von Menge und Qualität des wiedergewonnenen Materials“, verspricht das Unternehmen.

Nach Angaben von Selfrag kann dadurch die Wiedergewinnung von Eisen- und Nichteisenmetallen mehr als verdoppelt werden. Der Betreiber der MVA in Posieux könne damit den Deponiebedarf um bis zu 30 Prozent senken. „Zusätzlich werden 5 bis 10 Prozent des Gesamtvolumens gemäß der strengen Auflagen der Schweiz vollständig gereinigt und können gegebenenfalls als Aggregate für den Straßenbau verwendet werden, was uns eine zusätzliche Einkommensquelle eröffnet“, sagt Albert Bachmann, CEO der MVA-Betreibergesellschaft Saidef. „Die Metallgewinnung und Dekontaminierung des übrigen Materials führt zu einer 20 bis 30- prozentigen Abfallreduzierung – mit resultierenden Kosteneinsparungen von 50 Schweizer Franken pro Tonne.“ Die Anlage in Posieux soll eine Kapazität von 3 Tonnen pro Stunde haben.

Auch in Deutschland hat die Weiterentwicklung der Schlackenaufbereitungstechniken im Bereich der Metallabscheidung dazu geführt, dass die Rückgewinnungsquoten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. Nach Angaben der Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen Deutschland (ITAD) werden mittlerweile über 90 Prozent der enthaltenen Eisen- und Nichteisen-Metalle zurückgewonnen. Jährlich werden in den MVA somit 30.000 Tonnen Aluminium und Nichteisen-Metalle sowie 350.000 Tonnen Eisenmetalle stör- und schadstofffrei zurückgewonnen. Außerdem werden pro Jahr rund fünf Millionen Tonnen Schlacke nach entsprechender Aufbereitung im Straßen- und Technischen Anlagenbau eingesetzt.

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