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Unternehmenskultur

Was sich nach einem Jahr Homeoffice sagen lässt

Nach einem Jahr Pandemie zeigt sich: Viele Vorbehalte gegenüber Homeoffice waren unbegründet. Trotzdem befürchten Führungs­kräfte, dass im Dauer-Homeoffice die Unternehmenskultur leidet. Vorschläge zeigen, wie der Zusammenhalt auch online gelingen kann.

Die Corona-Krise stellt auch Führungskräfte seit über einem Jahr vor viele Herausforderungen. Zwar ist der befürchtete Produktivitätsverlust überwiegend nicht eingetreten, doch viele Befragten beklagen eine zunehmende Distanz zu ihren Mitarbeitern. Das zeigt der Führungskräfte-Radar der Bertelsmann-Stiftung und des Reinhard-Mohn-Instituts der Universität Witten/Herdecke.

Damit solche unerwünschten Effekte im Dauer-Homeoffice überwunden werden können, gibt es mehrere Möglichkeiten. So könnten etwa informelle Anlässe und Treffen, die sonst im Büro ungeplant passieren, bewusst herbeigeführt werden. „Das funktioniert zum Beispiel dann, wenn man sich online verabredet und auch mal ohne konkreten Anlass oder eine vorgegebene Agenda den Austausch sucht“, schreiben die Autoren des Radars. Es soll dabei bewusst offengelassen werden, worüber genau gesprochen wird, wichtig sei nur: Es soll nicht um Dienstliches oder Projekte gehen.

Die Befragung hat den Angaben zufolge gezeigt, dass mittlerweile in vielen Teams erfolgreich und regelmäßig virtuelle Kaffee- oder Mittagspausen stattfinden. Der Kaffeebecher in der Hand könne ein Signal sein, dass gerade Pause und Zeit für Zwischenmenschliches ist.

Weniger sagen „wo’s langgeht“

Allgemein rät Guido Möllering vom Reinhard-Mohn-Institut den Führungskräften weniger zu sagen „wo’s langgeht“, sondern einen gemeinsamen Weg zu finden. Vermittelnde, kooperative Führung bedeute, nicht einfach Vorgaben zu machen, sondern die Mitarbeiter auf die Homeoffice-Situation anzusprechen und herauszufinden, was gut funktioniere und was nicht. „Wenn nun das Homeoffice noch länger nötig bleibt und mehr oder weniger normal werden wird, dann sollten Führungskräfte Anlässe schaffen, die neue Arbeitsweise gemeinsam zu gestalten, um Produktivität und Kollegialität zu erhalten“, so die Autoren.

Grundsätzlich zeigt der Radar, dass viele Befürchtungen und Vorurteile gegenüber Homeoffice bislang kaum oder gar nicht eingetreten sind.

  • So haben die befragten Führungskräfte mehrheitlich (49,8 Prozent) durch das Arbeiten im Homeoffice keine geringere Produktivität bei den Mitarbeitern feststellen können.
  • Nur ein Viertel ist sich nicht sicher, ob die Mitarbeiter genauso produktiv arbeiten wie vor der Pandemie.
  • 46,1 Prozent der Führungskräfte sind der Meinung, dass die Unternehmenskultur nicht unter Homeoffice leidet.
  • Ein Viertel der Führungskräfte glaubt demgegenüber, dass die Unternehmenskultur beeinträchtigt wird.

Gleichwohl stimmen 43,3 Prozent der Führungskräfte der Aussage zu, dass sie selbst und ihre Mitarbeiter baldmöglichst wieder im Büro arbeiten möchten. Fast die Hälfte der Befragten würde sich gerne mehr mit Mitarbeitern austauschen und diese unterstützen. In diesen Kontext passt es, dass manche Führungskräfte den Verlust von Informationen beklagen. Bei der Frage, ob man weniger mitbekommt, woran gearbeitet wird, teilen sich die Antworten in 36,9 Prozent Zustimmung und 38,8 Prozent Nicht-Zustimmung auf.

„Auch wenn im ersten Pandemie-Halbjahr Arbeitsprozesse funktioniert haben, Aufgaben erledigt werden konnten und die gemeinsamen Werte bisher halten, droht allerdings aus einer anderen Richtung Gefahr: In der Homeoffice-Zeit könnte der emotionale und soziale Kontakt zwischen Führung und Mitarbeitenden abreißen“, warnt auch Martin Spilker, Experte für Führung und Unternehmenskultur bei der Bertelsmann Stiftung. Da der Wunsch „Zurück ins Büro“ wohl aber noch eine Zeitlang für viele nicht zu erfüllen sei, müssten die Führungskräfte zusammen mit den Mitarbeitern gemeinsam die soziale und kollegiale Entkopplung verhindern.

 

© 320°/ek | 30.03.2021

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