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Notwendige Modernisierungsmaßnahmen

IER wird für europäische Glaswerke teuer

Die neue Industrie-Emissions-Richtlinie (IER) zwingt die europäische Glasindustrie zu Investitionen in Milliardenhöhe. Betroffen sind vor allem Einrichtungen der Rauchgasreinigung, der Brennertechnologie oder der Wannenabdichtung.

Nach einer Untersuchung der Kölner Unternehmensberatung ecoprog muss die europäische Glasindustrie bis 2020 rund 14 Milliarden Euro investieren. Anlass ist die neue Industrie-Emissions-Richtlinie, die erstmals verbindliche, EU-weit geltende Grenzwerte für Luft- und Wasseremissionen in verschiedenen Industriebranchen festsetzt.

Durch die nötigen Modernisierungsmaßnahmen würden die jährlichen Investitionen um bis zu 50 Prozent steigen, teilt ecoprog mit. Betroffen seien in Europa über 420 der größten Glaswerke, die die neuen Grenzwerte gemäß IER bis 2016 umsetzen müssen. Insbesondere die Grenzwerte für Stickstoff- und Schwefeloxide würden viele Betreiber vor technische und finanzielle Herausforderungen stellen. In der Folge müssten die meisten Glashersteller in die Modernisierung ihrer Glaswerke investieren.

Gelder fließen dabei in die Optimierung der einzelnen Produktionsprozesse oder in neue technische Einrichtungen der Rauchgasreinigung, der Brennertechnologie oder der Wannenabdichtung. Besonders in Osteuropa wurde im Rahmen einer Befragung durch ecoprog vielfach auch ein vorgezogener Neubau der Glaswanne in Erwägung gezogen.

Großer Nachholbedarf in Osteuropa

Der Modernisierungsdruck der IER führt nach Angaben der Unternehmensberatung nicht nur zu außerplanmäßigen Investitionen, sondern auch dazu, dass routinemäßige Investitionen zeitlich vorgezogen werden. So würden in Europa in den Jahren 2016 und 2017 bis zu 2,7 Milliarden Euro in Glaswerke investiert. In den Folgejahren flacht die Investitionssumme auf rund 1,5 Milliarden Euro ab.

Die höchsten Investitionssteigerungen erfahren laut ecoprog die Regionen mit bislang weniger streng ausgelegten Gesetzen, etwa in vielen osteuropäischen Ländern. Aber auch in Staaten wie Frankreich und Spanien seien viele Glaswerke aktuell nicht auf dem neuesten technischen Stand.

In Osteuropa werden der Untersuchung zufolge bis 2020 etwa 2,3 Milliarden Euro in Glaswerke investiert, in Südeuropa sind es 4,1 Milliarden Euro. Das bedeutet einen Anstieg von bis zu 50 Prozent gegenüber den durchschnittlichen Investitionen der vergangenen Jahre. Auf Länderebene bleibt Deutschland – mit einem Volumen von rund 3,1 Milliarden Euro – der wichtigste Markt bis 2020. Das liege an der Größe dieses Marktes, so ecoprog. Deutschland verfüge über die größte Anzahl an Glaswerken und die größte Glasproduktion Europas.

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