Berufsverkehr

Etwa ein Drittel der Beschäftigten in Deutschland kann einen Dienstwagen nutzen. Doch mehr als jeder Zweite hätte lieber ein Mobilitätsbudget. Arbeitgeber werden sich darauf einstellen müssen.

Lieber Mobilitätsbudget statt Dienstwagen?


Bei Arbeitnehmern in Deutschland, die bislang einen Dienstwagen nutzen, wächst das Interesse an Mobilitätsbudgets. Wie eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Kantar im Auftrag des Mobilitätsanbieters Free Now zeigt, hat zwar etwa ein Drittel der Beschäftigten hierzulande die Möglichkeit auf einen Dienstwagen, doch mehr als jeder Zweite gibt an, diesen gegen Mobilitätsbudgets tauschen zu wollen.

Mitarbeiter können mit solchen Budgets mehrere verfügbare Verkehrsangebote wie Taxi, Mietwagen mit Fahrer, E-Scooter, E-Mopeds, E-Bikes oder Carsharing flexibel kombinieren. Sie sehen darin die Vorteile, Kosten zu sparen (63 Prozent), weniger Zeitaufwand für die Parkplatzsuche zu benötigen (65 Prozent) sowie die Möglichkeit, mehrere Verkehrsangebote miteinander flexibel kombinieren zu können (67 Prozent).  

Mehrheit wünscht sich nachhaltige Mobilitätsangebote

Eine kürzlich von der Unternehmensberatung McKinsey durchgeführte Umfrage ergab, dass 70 Prozent der Arbeitnehmer bereit wären, E-Scooter, E-Mopeds oder E-Bikes für ihren Arbeitsweg zu nutzen, und dass der klassische Firmenwagen in vielen urbanen Gebieten als Mobilitätsangebot überholt ist. In dieses Bild passt die Angabe von Free Now, dass sich eine Mehrheit von 55 Prozent der Arbeitsnehmer generell nachhaltige Mobilitätsangebote von ihrem Arbeitgeber wünscht. Obendrein würde ein Mobilitätsbudget jeden Dritten ermutigen, öfter vom Homeoffice ins Büro zu wechseln.

Einige Arbeitgeber scheinen darauf aber noch nicht eingestellt zu sein. Lediglich jeder fünfte Arbeitgeber in Deutschland interessiere sich für jene Schadstoffemissionen, die während des Arbeitsweges oder bei Dienstreisen seiner Mitarbeiter anfallen, hat Free Now herausgefunden. Arbeitgeber seien deshalb künftig noch stärker gefordert, sich um nachhaltige Mobilitätsoptionen für ihre Mitarbeitenden zu kümmern.    

Nach Angaben von Free Now lässt sich etwa jedes zehnte Fahrzeug, das auf Deutschlands Straßen unterwegs ist, gewerblichen Haltern zuordnen – Tendenz seit zehn Jahren steigend. Laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) sind von Januar bis Mai 2022 zudem etwa eine Million Pkw neu zugelassen worden, der Anteil gewerblicher Halter betrug hierbei circa 64 Prozent.

320°/re

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