Wochenrückblick
Die Zeit für neue Verordnungen wird knapp, Wissenschaftler präsentieren ein neues Verfahren für die Aufbereitung von E-Schrott, China hält die Recyclingwelt weiter in Atem und der Anlagenhersteller Erema erweitert seine Produktionskapazität . Auch sonst gab es in dieser Woche etliche interessante Themen. Wir blicken zurück: Das war die Woche.
Das war die Woche


Wie ernst ist es der EU-Kommission mit ihrem Vorhaben, das Recycling in den Mitgliedstaaten zu fördern? Sehr ernst, darf man unterstellen. Aber es gibt auch eine Grenze. Die verläuft dort, wo die Interessen der Industrie beschnitten werden. Die Kommission weist der Recyclingwirtschaft die Aufgabe zu, die Industrie mit Rohstoffen zu versorgen, doch vor einer Verpflichtung der Industrie scheut sie zurück. Die EU-Kommission setze beim Thema Recyclate auf das Prinzip Freiwilligkeit seitens der Industrie, unterstrich der Kommissionsvertreter Paulo Lemos beim bvse-Altkunststofftag in Bad Neuenahr. Das Umweltbundesamt hingegen möchte mehr. Sie empfiehlt die Einführung von Mindestrecyclatquoten für Kunststoffprodukte. Ein Ziel auf freiwilliger Basis zu erreichen, ist ein lobenswerter Ansatz. Wenn nicht alles täuscht, hätte der Vorschlag des Umweltbundesamtes aber bessere Erfolgsaussichten. Mehr zu diesem Thema
In die Recyclingbranche kommt erkennbarer Schwung – nicht zuletzt ausgelöst durch neue Verordnungen in Deutschland, aber auch durch das geplante Kreislaufwirtschaftspaket der EU-Kommission. Das jüngste Beispiel ist der Hersteller von Kunststoffrecycling-Anlagen Erema. Das Unternehmen mit Sitz in Österreich hat eine neue Montagehalle eröffnet und will damit die Produktionskapazität erweitern. Damit einher geht auch eine Optimierung des Fertigungsprozesses. Soweit sich abzeichnet, werden andere Recyclingfirmen dem Beispiel folgen. Das wäre wünschenswert, denn die Phase der Stagnation hat lange genug gedauert. Jetzt müssen nur noch die Preise anziehen, und die Branche kann die Zukunft wieder mit Zuversicht planen. Mehr zu diesem Thema
Neuer Schwung wird voraussichtlich auch in das italienische Stahlwerk Ilva kommen. Das krisengebeutelte Werk wird vom weltweit größten Stahlhersteller ArcelorMittal übernommen. Die Pläne von ArcelorMittal verheißen mit Blick auf die Stahlproduktion eine gute Entwicklung: Geplant ist eine deutliche Steigerung. In Zeiten, die geprägt sind von Überkapazitäten am europäischen Stahlmarkt und einer ungewissen Zukunft aufgrund möglicher Belastungen durch den europäischen Emissionsrechtehandel, ist das keine Selbstverständlichkeit. Auch diese Entwicklung gibt Anlass zur Hoffnung. Mehr zu diesem Thema
Nicht zuletzt machen auch Wissenschaftler mit einem neuen Verfahren für das Recycling von E-Schrott auf sich aufmerksam. Das Besondere daran ist eine Vereinfachung des Verfahrens. Die Wissenschaftler wollen E-Schrott pulverisieren. Ob das Verfahren Aussichten auf Erfolg hat – entscheiden Sie selbst. Mehr zu diesem Thema
Und sonst? Sonst gab es natürlich noch viele andere Themen in dieser Woche. Wir haben alle Artikel und Themen nochmals für Sie in einer Übersicht zusammengestellt. Die Artikel-Übersicht finden Sie hier. Viel Spaß beim Lesen!
Ich wünsche Ihnen ein sonniges und erholsames Wochenende!
Ihr
Stephan Krafzik
Chefredakteur




