Wochenrückblick
Suez setzt auf Digitalisierung, in Toronto werkeln bald Müllroboter und die dualen Systeme nähern sich wieder an. Außerdem: H&M beteiligt sich an Textilrecycler. Auch sonst gab es in dieser Woche etliche interessante Themen. Wir blicken zurück: Das war die Woche.
Das war die Woche

Klar ist aber, dass die Digitalisierung alle Bereiche der Informationsverarbeitung und –vermittlung beeinflussen wird. Daten werden in Echtzeit gesammelt, verarbeitet und in automatische Prozesse umgewandelt. Übertragen auf die Recyclingwirtschaft heißt das, dass unter anderem die Abfallsammlung betroffen sein wird. Sie wird von intelligenten Systemen ausgewertet und automatisch optimiert. Einzelne Player der Recyclingbranche setzen solche Tools schon seit einiger Zeit ein. Auch der französische Entsorgungskonzern Suez geht diesen Schritt – allerdings in einem größeren Kontext: Künftig sollen spezielle Management-Zentren in ganz Frankreich eingeführt werden, in denen alle Informationen zur Abfallsammlung zusammenlaufen werden. Mehr zu diesem Thema

Es ist gut vorstellbar, dass diese Pläne tatsächlich umgesetzt werden. Schon heute gibt es Sammelsysteme wie die des schwedischen Unternehmens Envac, die Abfälle über ein Unterflursystem an eine zentrale Sammelstelle schleusen. Doch werden solche Systeme die bisherige Abfallsammlung mit Mensch und Fahrzeug komplett ersetzen können?
Vermutlich nicht. Denn Sammelsysteme wie das von Sidewalk Labs werden auf urbane Gebiete mit hoher Abfallkonzentration beschränkt sein. Für ländliche Regionen dürfte sich ihr Einsatz kaum lohnen. Außerdem lassen sich damit vermutlich nur Haushaltsabfälle mit kleinem Volumen erfassen. Die Sammlung von Gewerbeabfällen wie Altpapier, Schrott oder Bauschutt wird man kaum über ein unterirdisches System durchführen können. Wenn also die Digitalisierung die physische Sammlung von gewerblichen Abfällen verändern wird, dann nur, wenn es eines Tages selbstfahrende Müllfahrzeuge geben wird. Mehr zu diesem Thema

Voraussetzung ist natürlich, dass die Kunststoffverarbeiter die Recyclingkunststoffe in der benötigen Qualität geliefert bekommen. Fast 60 Prozent der Verarbeiter geben an, dass sie Probleme hätten, die nötige Qualität zu erhalten. Somit zeigt auch dieses Ergebnis, dass die Qualität das alles entscheidende Auswahlkriterium im Kunststoffrecycling geworden ist. Mehr zu diesem Thema


Denn diejenigen dualen Systeme, die sich den neuen Clearingverträgen angeschlossen haben, fordern noch weitergehende Regelungen, um künftig einen fairen Wettbewerb sicherzustellen. Da bis Ende des Jahres ein einheitlicher Clearingvertrag von allen zehn dualen Systemen unterzeichnet sein muss, werden die Verhandlungen also weitergehen. Am Ende wird vermutlich ein ganz neuer Vertrag stehen, der einen Kompromiss zwischen den bestehenden Positionen abbilden und damit für alle gesichtswahrend sein wird. Mehr zu diesem Thema
Und sonst? Und sonst gab es in dieser Woche natürlich noch viele weitere interessante Entwicklungen. So zeigt ein neues Verfahren, wie die Qualität von Ersatzbrennstoffen in Echtzeit analysiert werden kann. Die Ergebnisse seien den Stichprobenanalysen weit überlegen, heißt es. Außerdem haben Forscher herausgefunden, wie sich Kupfer aus Schiefervorkommen zurückgewinnen lässt. Sie gehen davon aus, dass sich das Verfahren auch auf Elektronikschrott, Müllverbrennungsaschen oder metallurgische Schlacken übertragen lässt.
Hinzu kommen noch weitere interessante Nachrichten in dieser Woche, so unter anderem zur Marktentwicklung an den internationalen Schrottmärkten. Für den besseren Überblick haben wir alle Artikel nochmals zusammengestellt. Die Artikel-Übersicht finden Sie hier. Viel Spaß beim Lesen!
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende!
Ihr
Stephan Krafzik
Chefredakteur