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Die Corona-Pandemie spiegelt sich auch in der Zusammensetzung der Bioabfälle wider. In der Biotonne privater Haushalte landete im Jahr 2020 mehr, das Aufkommen in Restaurants und Kantinen ging hingegen zurück.

Bilanz für 2020: Mehr Abfall in der Biotonne


Wegen der Corona-Pandemie hat sich das Aufkommen an Biomüll in Deutschland verändert. Da Restaurants, Großküchen und Kantinen in den Lockdown-Phasen des ersten Corona-Jahres 2020 zeitweise geschlossen waren, fiel dort deutlich weniger Biomüll an. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren es 1,1 Millionen Tonnen – 17,3 Prozent weniger als im Vorjahr.

Demgegenüber stieg die Menge an Abfall aus der Biotonne um 7,3 Prozent auf 5,0 Millionen Tonnen an. Hinzu kam eine leichte Zunahme um 0,2 Prozent auf 5,7 Millionen Tonnen bei den Garten- und Parkabfällen. Zusätzlich zu den Bioabfällen aus Restaurants und Kantinen, der Biotonne sowie den Garten- und Parkabfällen haben die privaten Haushalte 2,6 Millionen Tonnen Biomüll kompostiert. Insgesamt fielen damit in Deutschland 14,4 Millionen Tonnen Biomüll an.

Garten- und Parkabfälle machten demnach im Jahr 2020 knapp die Hälfte (48,3 Prozent) der von den Abfallentsorgungsanlagen angenommenen Bioabfälle aus, gefolgt von den Abfällen aus der Biotonne mit 42,4 Prozent und biologisch abbaubaren Küchen- und Kantinenabfällen mit 8,2 Prozent.

Biogas erreicht Anteil von 5,8 Prozent an Stromerzeugung

Insgesamt wurden von Entsorgungsunternehmen 11,8 Millionen Tonnen Biomüll eingesammelt – knapp ein Viertel (plus 23,7 Prozent) mehr als vor zehn Jahren. Die Abfälle, die an Abfallentsorgungsanlagen angenommenen wurden, sind zu 97 Prozent recycelt worden. Für die von Haushalten selbst kompostierten Abfällen geht das Statistische Bundesamt davon aus, dass sie vollständigen in Gärten und Pflanztöpfen stofflich verwertet wurden.

Aus eingesammelten Bioabfällen wurden den Angaben zufolge unter anderem 4,8 Millionen Tonnen spezifikationsgerechter Kompost und 746,6 Millionen Kubikmeter Biogas gewonnen. Aus dem Biogas aller erfassten Quellen, zu denen beispielsweise auch Biogasanlagen in der Landwirtschaft zählen, wurden im selben Jahr 34,5 Milliarden Kilowattstunden Bruttostrom erzeugt, das entsprach 5,8 Prozent der gesamten Bruttostromerzeugung in Deutschland.

320°/dpa/re

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