Entwicklung im ersten Quartal

Die guten Konjunkturdaten wichtiger Branchen für die Recyclingwirtschaft verfestigen sich. Auch die Stahlindustrie kommt langsam in Schwung.

Guter Jahresstart für Schlüsselindustrien


Der Stahlverbrauch in der EU wird in diesem Jahr um 2,1 Prozent zulegen, glaubt der europäische Stahlverband Eurofer. Für 2015 stehe eine Steigerung auf 2,5 Prozent in Aussicht. Ermöglicht wird die Erholung durch die gute Entwicklung von stahlverbrauchenden Industrien wie die Elektroindustrie, Automobilindustrie und der Maschinenbau. Profitieren kann davon auch die Recyclingwirtschaft, sei es, weil für den wirtschaftlichen Auftrieb zusätzliche Sekundärrohstoffe benötigt werden oder weil bei der Fertigung neue Produkte mehr Abfallstoffe anfallen. Außerdem zieht die Herstellung neuer Produkte immer auch den stärkeren Anfall alter Produkte nach sich.

Statistik: Größte Stahlkonzerne weltweit nach erzeugter Rohstahlmenge im Jahr 2012 (in Millionen Tonnen) | StatistaDas wirtschaftliche Wachstum zeigt sich vor allem in Ländern wie Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande und Schweden. Schleppender verläuft die Konjunktur in Italien und Spanien. Eurofer rechnet mit einem Wirtschaftswachstum in den stahlverbrauchenden Industrien der EU in Höhe von 2,7 Prozent. Der Bausektor wird in 2014 nur um 1,5 Prozent zulegen, besser sieht es in der Automobilindustrie aus, für die der Stahlverband ein Wachstum von 3,5 Prozent in 2014 und 2,5 Prozent im Jahr 2015 vorhersagt. Der europäische Maschinenbau erreicht den Prognosen zufolge ein Wachstum von 3 Prozent im laufenden Jahr und 4,5 Prozent im Jahr 2015.

„Stärkster monatlicher Anstieg seit mehr als zwei Jahren“

In Deutschland macht sich die anziehende Konjunktur besonders in der deutschen Elektroindustrie bemerkbar. „Das Plus bei den Auftragseingängen hat sich auch im Februar dieses Jahres fortgesetzt“, sagt der Chefvolkswirt des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), Andreas Gontermann. „Insgesamt nahmen sie um 7,5 Prozent gegenüber Vorjahr zu.“

Die Inlandsbestellungen sind laut ZVEI im Februar um 2,7 Prozent gegenüber Vorjahr gestiegen, die Auslandsbestellungen um deutlich höhere 12,1 Prozent. Dabei legten die Auftragseingänge aus dem Euroraum erstmalig wieder wesentlich stärker zu als die aus Drittländern.

Die Produktion der deutschen Elektrounternehmen hat im Februar 2014 ihren Vorjahreswert um 5,5 Prozent übertroffen. „Im jeweiligen Jahresvergleich war dies der stärkste monatliche Anstieg seit mehr als zwei Jahren“, so Gontermann. Von Januar bis Februar dieses Jahres belief sich der Output-Zuwachs auf 2,6 Prozent gegenüber Vorjahr. Auch die Erlöse der deutschen Elektroindustrie sind um 3,8 Prozent auf insgesamt 26,4 Milliarden Euro gestiegen.

Westeuropäische Pkw-Markt wächst um 7 Prozent

Auch die Automobilindustrie meldet einen guten Jahresstart. Nach Angaben des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VDA) legten alle drei großen Pkw-Märkte im März zu. In Westeuropa stiegen die Pkw-Neuzulassungen um 9,5 Prozent, in den USA erhöhte sich der Light-Vehicle-Absatz um knapp 6 Prozent, in China wuchs der Pkw-Markt um gut 12 Prozent. Auch im ersten Quartal 2014 waren diese Märkte im Plus. In Brasilien, Indien und Russland hingegen lagen die Neuwagenverkäufe im März sowie im ersten Quartal jeweils unter dem Vorjahresniveau.

Der westeuropäische Pkw-Markt übertraf im März zum siebten Mal in Folge den jeweiligen Vorjahreswert. Der Absatz erhöhte sich laut VDA um 9,5 Prozent auf 1,4 Millionen Neuwagen. Dabei verbuchten alle Top-5-Märkte ein Plus: In Deutschland erhöhte sich das Neuzulassungsvolumen um gut 5 Prozent. Frankreich zeigte eine deutliche Erholung und wuchs um mehr als 8 Prozent. Die Pkw-Nachfrage in Spanien nahm zweistellig zu (+10 Prozent). Der italienische Pkw-Markt expandierte zum vierten Mal in Folge – im März wurden 5 Prozent mehr Neufahrzeuge angemeldet als im Vorjahr. Besonders deutlich steigerte sich die Pkw-Nachfrage in Großbritannien: Sie legte um knapp 18 Prozent zu.

Der gesamte westeuropäische Pkw-Markt stieg in den ersten drei Monaten um gut 7 Prozent auf 3,1 Millionen Einheiten. Die Pkw-Neuzulassungen in den neuen EU-Ländern erhöhten sich im März um 28 Prozent, im ersten Quartal lag das Plus bei 22 Prozent.

Der chinesische Pkw-Markt legte auch im März ein beachtliches Tempo vor: Mit knapp 1,6 Millionen abgesetzten Neufahrzeugen übertrafen die Pkw-Verkäufe das Vorjahresergebnis um 12 Prozent. Bis März lag der Pkw-Absatz in China gut 14 Prozent über Vorjahresniveau – es wurden fast 4,5 Millionen Neuwagen verkauft.

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