Wochenrückblick
China wirbelt die internationale Recyclingbranche auf, die dualen Systeme machen wieder von sich reden und der baden-württembergische Umweltminister verliert die Geduld mit einem widerspenstigen Landkreis. Außerdem: Brandschutz und Feuerversicherungen sind aktueller denn je. Wir blicken zurück: Das war die Woche.
Das war die Woche
Am Dienstag dieser Woche hat China ein neues Kapitel in der Abfallpolitik aufgeschlagen. Die Schwockwellen, die das angekündigte Importverbot für bestimmte Abfallarten auslöste, sind beträchtlich. Vor allem in den USA, die ein großer Lieferant von Kunststoffabfällen und gemischtem Altpapier sind, ist das Entsetzen groß. Aber auch in Europa und in Deutschland stellt sich die Frage, wie der Importstopp die hiesigen Marktstrukturen verändern wird. Im Bereich Kunststoffabfälle hat China vor allem jene Fraktionen aufgenommen, die hierzulande für das Recycling nicht hochwertig genug sind. Damit zeichnet sich ab, dass das Überangebot an qualitativ schlechteren Kunststoffabfällen noch stärker zunehmen wird. Und ein weiterer Aspekt rückt wieder in den Vordergrund: Die Rolle der Müllverbrennungsanlagen. Wenn die schlechteren Fraktionen keine Abnehmer finden, weil sie niemand gebrauchen kann, werden sie am Ende des Tages den Müllverbrennungsanlagen angeboten. Das Beispiel China zeigt, wie schnell sich Marktstrukturen ändern können. Es zeigt aber auch, wie wichtig die Rolle der Müllverbrennung in einer Abfallwirtschaft ist. Mehr zum Thema
Die dualen Systeme sind wieder Gesprächsstoff. Aber leider nicht im positiven Sinne. Erneut versuchen einzelne Systembetreiber, ihren Marktanteil und damit ihren Kostenanteil kleinzurechnen. Anlass für diese Vermutung sind vorläufige Zahlen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die zeigen, dass die Ist-Mengen der dualen Systeme 210.000 Tonnen unter den DIHK-Mengen liegen. Die Menge ist kein Klacks, sie entspricht einem Lizenzwert von rund 60 Millionen Euro, wie der Systembetreiber BellandVision vorrechnet. Diese 60 Millionen wandern in die Taschen derjenigen dualen Systeme und ihrer Kunden, die pauschale Mengenabzüge vornehmen und damit eine verbindliche Vereinbarung aller dualen Systeme ignorieren. Wer diese dualen Systeme sind, weiß nur der DIHK, weil bei ihm alle Mengenangaben zusammenlaufen. Aber der Industrieverband gibt die Zahlen mit Verweis auf das Betriebsgeheimnis nicht heraus. Doch möglicherweise ist der Sachverhalt gar nicht so eindeutig, wie ihn der DIHK darstellt. Es gibt einige Branchenvertreter, die bezweifeln, dass das Betriebsgeheimnis im Kontext der Verstöße einiger dualer Systeme noch gilt. Bleibt zu hoffen, dass die Freigabe der DIHK-Informationen möglich wird. Sonst werden die Tricksereien nie enden. Mehr zum Thema


Falls Sie gerade am Strand verweilen oder Ihren Urlaub noch vor sich haben, sollten Sie einmal auf die Leute mit Handy am Ohr achten. Gut möglich, dass die meisten gerade mit ihrem Chef sprechen. Vor einer Woche hatten wir an dieser Stelle berichtet, dass 30 Prozent der Beschäftigten in Deutschland auch in den Ferien für ihren Chef erreichbar sind. Doch weit gefehlt. Nach einer Umfrage von Bitkom sind die Werte viel höher. So geben 71 Prozent der Befragten an, auch im Urlaub für ihren Chef telefonisch oder per E-Mail erreichbar zu sein. Lediglich 28 Prozent lassen den Beruf im Sommerurlaub wirklich zuhause. Aber vielleicht haben gerade jene 28 Prozent Recht. Denn oft können die Mitarbeiter aus der Ferne gar nicht viel zur Problemlösung beitragen. „Nichtstun ist besser, als mit vieler Mühe nichts schaffen“, wusste schon der chinesische Philosoph Laotse.
Und sonst? Sonst gab es natürlich noch viele andere Themen in dieser Woche. Wir haben alle Artikel und Themen nochmals für Sie in einer Übersicht zusammengestellt. Die Artikel-Übersicht finden Sie hier. Viel Spaß beim Lesen!
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende!
Ihr
Stephan Krafzik
Chefredakteur