Sammelbehälter

E-Müllautos sind aufgrund der Batterie deutlich schwerer als Abfallsammelfahrzeuge mit herkömmlichem Antrieb. Wissenschaftler haben deshalb einen besonders leichten Sammelbehälter entwickelt. In Leipzig wird die Entwicklung getestet.

Ultraleicht und reparaturfreundlich


Wissenschaftler der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung (SLK) an der Technischen Universität Chemnitz haben einen ultraleichten und reparaturfreundlichen Sammelbehälter für kleine bis mittlere Müllsammelfahrzeuge entwickelt. Im Vergleich zu den vergleichsweise schweren Stahlschweißkonstruktionen, die in bisherigen Müllbehältern zum Einsatz kommen, wurde an dem Institut ein Behälter in Multimaterialbauweise konzipiert und gebaut.

„Die Beplankung besteht aus leistungsfähigen Organoblechen – also aus faserverstärkten Kunststoffplatten, der Skelettrahmen des Behälters vornehmlich aus Aluminium“, erläutert Marcus Hartenstein, Mitarbeiter der Professur SLK. „Alle Bauteile werden am Ende in einer Mischbauweise durch Verklebungen sowie Schraub- und Nietverbindungen gefügt. Die Organobleche müssen hierfür nur zugeschnitten, nicht aber umgeformt werden.“

Der neue Sammelbehälter ist 280 Kilogramm beziehungsweise ein Drittel leichter als ein vergleichbares Modell. „Das Mehrgewicht durch die Batterie eines batterieelektrisch angetriebenen Müllfahrzeuges kann so komplett kompensiert und die Nutzlast damit erhalten werden“, so Hartenstein. Für künftige Entwicklungen, welche speziell auf ein spezifisches Trägerfahrzeug zugeschnitten sind, erwartet er ein noch höheres Gewichtseinsparpotenzial.

TÜV Rheinland als Projektträger

Ein Demonstrator-Fahrzeug mit dem neuen Behälter wird derzeit von der Stadtreinigung Leipzig getestet. Neben der Professur SLK der TU Chemnitz waren an dem Vorhaben unter anderem das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS Dresden und die Firma Marko Pfaff & Co. Spezialfahrzeugbau beteiligt. Um sicherzugehen, dass die Behälterkonstruktion den hohen Belastungen standhält, wurden die Beanspruchungen auf dem Strukturprüfstand im MERGE Research Centre „Lightweight Technologies“ der TU Chemnitz simuliert.

Das Projekt wurde im Rahmen des Fachprogramms „Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien“ als Teil der Programmsäule „Innovative Fahrzeuge“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie finanziert und vom Projektträger TÜV Rheinland betreut.

320°/re

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