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Marktbericht für Edelmetalle

Edelmetalle stehen unter Druck

Gold und Silber mussten Verluste hinnehmen, Platin und Palladium verzeichnen eine schwächere Nachfrage. Für Rhodium hingegen ging die Ralley weiter. Der wöchentliche Marktbericht für Edelmetalle.

Von Sonia Hellwig und Florian Richard, Heraeus Metals Germany GmbH & Co. KG.

Gold

Eine zweite Woche in Folge musste Gold Verluste hinnehmen und fiel mit einem Preis von 1.287,50 US-Dollar/oz kurzzeitig auf den tiefsten Wert in einem Monat. Es schloss die Woche jedoch wieder bei 1.308 US-Dollar/oz. Somit wurde die psychologische Marke von 1.300 US-Dollar/oz zwar zwischenzeitlich unterschritten, dann jedoch wieder zurückerobert.

Die Fortsetzung der Korrektur nach unten wurde durch positive Wirtschaftsdaten aus den USA, China und der Eurozone hervorgerufen. Dies verdeutlicht einmal mehr, wie sehr der Fokus auf dem makroökonomischen Geschehen liegt, das als Indikator für die Reduzierung geldpolitischer Maßnahmen vor allem in den USA gilt. Positive Daten verstärken die Wahrscheinlichkeit von weiter voranschreitenden Einschränkungen von solchen Maßnahmen, die dem Gold in den letzten Jahren unter anderem zu Rekordpreisen verholfen haben.

Die Safe-Haven Nachfrage im Zuge von geopolitischen Krisen wie in der Ukraine konnte dieser Bewegung nicht ausreichend die Stirn bieten. Sie entfachen zwar wiederholt aufflammendes aber meist nur kurzzeitiges Interesse am „Sicheren Hafen“. Kaum winken andere Anlageklassen mit besseren Renditen, satteln Investoren um. So auch in der letzten Woche. Aus China wurden vergangene Woche die Juni-Goldimporte aus Hong Kong bekannt, die deutlich auf die zurückgegangene  Nachfrage aus dem Reich der Mitte hinwiesen. Sie fielen auf den tiefsten Wert seit Januar 2013. Im gesamten ersten Halbjahr hat die Nachfrage im Vorjahresvergleich um knapp 20 Prozent nachgelassen. Allerdings will erwähnt sein, dass die landeseigene Produktion zeitgleich um 9 Prozent stieg und in Teilen den Rückgang erklärt.

Silber

Nachdem die Unterstützung bei 20,80 US-Dollar/oz durchbrochen wurde, fiel Silber in der letzten Woche bis auf 20,30 US-Dollar/oz. Auf Silber lastete vor allem ein erstarkender US-Dollar, begünstigt durch steigende US-Staatsanleihezinsen. Auslöser waren gute Arbeitsmarkt- und Wirtschaftszahlen aus den USA aber auch aus China und zum Teil Europa. Im gleichen Zuge konnten sich die Aktienmärkte wieder etwas erholen. Während der zu überwindende Widerstand bei 21,50 US-Dollar/oz für höhere Levels nun erst mal aus dem Blickfeld geraten ist, liegt die nächste Unterstützung jetzt bei 20 US-Dollar/oz. Entscheidend für die weitere Richtung wird diese Woche vor allem die US-Notenbanksitzung am Mittwoch und die daraus resultierenden Zinserwartungen. Darüber hinaus kommen aber auch etliche wegweisende Wirtschaftszahlen aus den USA wie BIP, Inflation, Konsum, PMIs und neu geschaffene Stellen.

Platin

Platin hat sich im Verlauf der Berichtsperiode weiter von der 1.500 US-Dollar Marke entfernt, handelt jedoch über dem Durchschnitt aus 2014 in Höhe von 1.444 US-Dollar/oz. Generell scheint sich die Platinschwammnachfrage im Zuge der hohen Preise bzw. der beendeten Streiks etwas zu entspannen. Wie bereits von uns erwähnt, benötigen die Südafrikanischen Minen jedoch noch einige Monate um gewohnte Produktionslevels zu erreichen. Mögliche Restrukturierungsmaßnahmen bei Anglo American Platinum könnten auch zukünftig den Südafrikanischen Minensektor belasten.  Die weitere Lage gestaltet sich nahezu unverändert. Die gute Investmentnachfrage in Form von ETFs sowie der positive Ausblick für den Europäischen Automobilabsatz können nach wie vor als preisunterstützende Faktoren angesehen werden.

Aus charttechnischer Sicht erfährt Platin bei 1,445 US-Dollar/oz eine Unterstützung und bei 1.500 US-Dollar/oz einen Widerstand.

Palladium

Palladium beendete die Berichtswoche nahezu unverändert, konnte jedoch am Dienstag und Donnerstag, wenn auch nicht nachhaltig, einige Ausbrüche unter die Marke von 865 US-Dollar/oz verzeichnen. Nach fünf Wochen mit Kurszuwächsen könnte dies eine Konsolidierung einläuten. Aktuell beobachten wir eine abnehmende industrielle Nachfrage, was bei den hohen Notierungen wenig verwunderlich erscheint. Wenngleich man erwähnen muss, dass sich die Prämien für Palladiumschwamm  weiterhin auf einem hohen Niveau befinden. Anzumerken ist zudem, dass die Palladium ETFs Bestände von ca. 2,6 Millionen Unzen aufgebaut haben – die Investmentnachfrage nimmt somit stetig zu. Unterstützung erfährt das Metall weiterhin durch die Krimkrise als auch durch die chinesische und US-Automobilnachfrage (Palladium wird als Katalysator in Benzinfahrzeugen eingesetzt). Charttechnisch könnte ein nachhaltiges Unterschreiten des Levels von 865 US-Dollar/oz weiter fallende Notierungen mit sich ziehen. Nach oben stellt die Marke von 900 US-Dollar/oz eine Hürde dar.

Rhodium, Ruthenium, Iridium

Die Rallye im Rhodium ging auch letzte Woche weiter und der Preis hat in nur vier Tagen 5 Prozent zugelegt. Industrielle Nachfrage in Kombination mit weiter eingeschränktem Angebot – insbesondere von Südafrika und Russland – und ein größeres Engagement von Investoren in der Berichtswoche sind nach wie vor die Treiber des Preises. Händler verkaufen nur kleinere Mengen in den Markt, um den Preis weiter laufen zu lassen und an möglichen Gewinnen zu partizipieren. Allerdings sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass der Preis dieses Jahr schon 25 Prozent zugelegt hat. Zudem wird es sicher auch den einen oder anderen Verkäufer geben, der entsprechende Profite erzielen möchte. Deshalb schließen wir trotz der fundamentalen Stärke auch einen kurzzeitigen Rückschlag bei Rhodium nicht aus.

Eine wiederum wenig aufregende Woche haben sowohl Ruthenium als auch Iridium hinter sich. Analog zu den Vorwochen gibt es aber nach wie vor noch gute Umsätze bei Iridium zu verzeichnen. Ruthenium scheint momentan komplett in einen Dornröschenschlaf gefallen zu sein und es fehlen momentan jegliche Impulse, um den Preis in die eine oder andere Richtung zu treiben.

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