Markt für Altkunststoffe

Der Kostendruck beim Kunststoffrecycling dürfte sich 2014 fortsetzen, erwartet der bvse. Besonders Recycler von Mischkunststoffen kämpfen mit Problemen.

Gedämpfte Erwartungen für 2014


Die Bilanz fällt mager aus: „Das Jahr 2013 war kein leichtes Jahr für das Kunststoffrecycling. Kostensteigerungen bei Aufbereitung und Verarbeitung konnten nur ungenügend an die Abnehmer der Recyclate weitergegeben werden“, erklärte Dirk Textor, Vorsitzender des bvse-Fachverbandes Kunststoffrecycling. Zwischen Dezember 2012 und Dezember 2013 hätten sich die Preise für die Standard-Altkunststoffe wenig verändert. Rezyklate seien jedoch auch in 2013 gut nachgefragt gewesen und fanden ihren Absatz in den nationalen und europäischen Kunststoffmärkten.

Nach Einschätzung von Textor werden sich die Trends aus 2013 im laufenden Jahr fortsetzen. So sollte sich die Kunststoff-Erfassungsmenge nochmals steigern lassen. Gleichzeitig gehen die bvse-Mitgliedsunternehmen von einer gewissen Preisstabilität zumindest für das 1. Quartal 2014 aus.

Aufgrund der restriktiven chinesischen Green-Fence-Politik seien 2013 weniger Kunststoffabfälle aus Deutschland nach China exportiert worden als in den Vorjahren, erklärte bvse-Referent Thomas Probst. Dadurch stand den Kunststoffrecyclern mehr Input zur Verfügung. Laut Probst handelte es sich hierbei um Ware von zum Teil mäßiger Qualität. Dies stabilisierte das Kunststoffrecycling deshalb nur zu einem geringen Teil.

Höhere Erfassungsmenge bei Mischkunststoffen

Bei Mischkunststoffen und Folien konnte sich das Recycling in Deutschland trotz ständig schlechter werdender Verarbeitungsqualitäten weiter festigen, so der bvse weiter. Durch das Mischkunststoffrecycling habe sich vor allem in Deutschland neben dem sortenreinen Kunststoffrecycling ein weiterer Markt etabliert, der sowohl auf der Rezyklatstufe wie auch auf der Stufe von Halbzeugen sowie industrie- und verbrauchernahen Endprodukten stattfindet. Probst geht davon aus, dass Recycler von Mischkunststoffen sinkende Margen über eine Ausweitung der Verarbeitungsmenge ausgleichen müssen. Dafür spreche, dass die Kunststoffrecycler ihre Erfassungsmenge in 2013 um 3 Prozent steigerten.

Die Nachfrage nach Rezyklaten aus Technischen Kunststoffen war 2013 laut bvse eher verhalten. Hier können die Absatzmengen nur langsam erweitert werden. Geringfügige Preissteigerungen seien möglich gewesen. Die Volatilität sei bei den Technischen Kunststoffen jedoch höher als bei den Standardkunststoffen, sodass die Preisänderungen nach Einschätzung von Probst lediglich als eine Marktstabilisierung gewertet werden können.

Kritik äußerte der Fachverbandsvorsitzende Textor an den dualen Systemen. Diese würden dem Kunststoffrecycling immer engere Grenzen ziehen und damit den freien Markt und die Innovationen beeinträchtigen. Das habe sich auch 2013 fortgesetzt. „Durch den Druck der Dualen Systeme auf die Sortierer wird zwar der Durchsatz optimiert, die Sortierqualitäten leiden jedoch massiv“, rügt Textor. Der Marktdruck steige zusätzlich durch die Verlagerung größerer Mengen nach Fernost durch die Dualen Systeme.

Mehr zum Thema
Mehrere Verletzte bei Brand in Recyclingbetrieb
„Rezession verliert ihren Schrecken“
„Wir waren wohl zehn Jahre zu früh dran“
Bunker-Brand im Müllheizkraftwerk Stavenhagen
Botree Cycling plant Batterierecycling­anlage in Guben
Gurtschlossabdeckung aus chemisch recyceltem Kunststoff
Bundesbank erwartet Rezession im Winterhalbjahr
Deutsches WM-Trikot: „Das ist wirklich beeindruckend schlecht“
Drei Bundesländer wollen Exportverbot von Textilabfällen durchsetzen
Deutschlands erster Unverpackt-Laden gibt auf
Entsorger steigen bei Mineral Waste Manager ein