Benzin und Diesel

An den hohen Spritpreisen hat sich in den vergangenen Tagen wenig geändert. Am Mittwoch sind sie sogar nochmals leicht gestiegen. Jetzt will die Bundesregierung gegensteuern. Sie stellt deutliche Preissenkungen in Aussicht.

Spritpreise stagnieren weiter auf hohem Niveau


Die Spritpreise verharren weiter auf hohem Niveau. Superbenzin der Sorte E10 kostete im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Mittwochs 2,082 Euro pro Liter, wie der ADAC am Donnerstag mitteilte. Bei Diesel waren es 2,176 Euro. Das sind minimale Anstiege um 0,2 beziehungsweise 0,3 Cent. Auch am Donnerstag zeigte sich bis zur Mittagszeit keine größere Veränderung an den Tankstellen.

Das Niveau sei nach wie vor viel zu hoch, sagte ADAC-Kraftstoffmarkt-Experte Jürgen Albrecht. Ohne Sonderfaktoren des Ukraine-Krieges und rein vom Ölpreis her betrachtet, sollte E10 „erkennbar unter zwei Euro kosten“. Seit Kriegsbeginn hat der Preis für E10 um gut 33 Cent pro Liter zugelegt, Diesel um gut 51 Cent.

Um dem Anstieg zu begegnen, hat die Bundesregierung am Donnerstag ein Entlastungspaket auf den Weg gebracht, das unter anderem für günstigere Spritpreise sorgen soll. So will die Ampel-Koalition die Energiesteuer auf Kraftstoffe befristet für drei Monate auf das europäische Mindestmaß absenken. Das mache bei Benzin 30 Cent und bei Diesel 14 Cent pro Liter aus, rechnete Finanzminister Christian Lindner (FDP) vor. Die Regierung wolle auch ein Auge darauf haben, dass die Absenkung tatsächlich an die Verbraucher weitergegeben werde. Ein Tankrabatt, wie von Lindner zunächst vorgeschlagen, kommt dagegen genauso wenig wie ein generelles Tempolimit.

Überraschend entschied sich die Koalition auch, Tickets für Busse und Bahnen günstiger zu machen. Für 90 Tage soll bundesweit ein Ticket für 9 Euro pro Monat im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angeboten werden. Der Bund will den Ländern das Geld dafür zur Verfügung stellen.

„Wir machen Bus- und Bahnfahren so billig, wie es in Deutschland wahrscheinlich noch nie war“, sagte Grünen-Chefin Ricarda Lang. Wie das Ticket genau funktionieren soll und wann es kommt, ist aber offen – ebenso die Frage, wie man mit Inhabern von Monats- oder Jahreskarten umgeht.

320°/dpa/re

Mehr zum Thema
Leichtes Aufatmen in Krisenzeiten – Habeck hebt Konjunkturprognose an
Österreichs Abfallwirtschaft mit guter CO2-Bilanz
Metallschrottpreise festigen sich weiter
Prognose für 2030: Aufkommen an Altbatterien in Europa wird sich mehr als verachtfachen
Deponie Ihlenberg machte 2021 gute Geschäfte
ADAC: Mehr Katalysatoren gestohlen
Normungsroadmap Circular Economy ist fertig
„Abfall soll die Ausnahme werden“
App-Zugang für den Wertstoffhof
EU-Parlament stimmt für strengere Regeln für Abfallexporte
Flughafen-Bodenfahrzeuge in Amsterdam tanken erneuerbaren Diesel
bvse: Weniger Elektroaltgeräte gesammelt