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Home / Stoffströme / Altglas / Aufbereitung von PVB aus Autoglas
Sortenreine Rückgewinnung

Aufbereitung von PVB aus Autoglas

PVB ist als Folie in nahezu jeder Verbundsicherheitsscheibe zu finden. Bislang ist es nicht gelungen, den Kunststoff aus dem Altglas für eine hochwertige Wiederverwendung aufzubereiten. Zwei Unternehmen wollen das ändern – mit einem trockenmechanischen und einem nassphysikalischen Aufbereitungsteil.

Beim Recycling von Sicherheitsfolien aus Polyvinylbuteral (PVB) gibt es ein großes Problem: Immer sind es die Restanhaftungen an Glaspartikeln und Staub, die eine Wiederverwendung behindern. Denn um PVB wieder in Sicherheitsscheiben einzusetzen, müssen hohe Qualitätsstandards erfüllt werden. Eine Windschutzscheibe darf einfach keine Einschlüsse an Fremdpartikeln haben.

„Daher ist die energetische Verwendung in Europa an der Tagesordnung. Ein Großteil geht entsprechend vorbereitet in die Zementindustrie“, sagt Stefan Pöschel, Head of Sales & Business Development beim Recyclingspezialisten Saperatec. Das bedeutet, dass immense Mengen des hochwertigen und kostenintensiven Kunststoffs bislang in Rauch aufgehen und nicht für eine hochwertige rohstoffliche Wiederverwendung zur Verfügung stehen. Genau das soll mit dem von Saperatec und dem tschechischen Anlagenbauer Sklopan Liberec entwickelten Aufbereitungsverfahren aber nun möglich sein.

Input - PVB film recovered from conventional glass recycling lines
Saperatec GmbH
Saperatec GmbH

PVB-Folie aus der gängigen Altglasaufbereitung

Bislang war die Bearbeitung wegen der problematischen Restanhaftungen eher darauf ausgelegt, möglichst viel Flachglas zurückzugewinnen. In Europa und in den USA gab es aber auch schon einige Ansätze, um das PVB aus Altglas zurückzugewinnen. „Dabei werden Reinheitsgrade von mehr als 95 Prozent erreicht“, sagt Pöschel. „Diese reichen aus, um die gewonnene PVB-Fraktion in Grundierfarben zu verarbeiten. Daneben gibt es Versuche, das PVB in Teppichen als Unterschicht einzubauen.“

Aber diese Reinheitsgrade reichen nicht aus, um das PVB seinem ursprünglichen Verwendungszweck zuzuführen, nämlich einem Wiedereinsatz als Sicherheitsfolie in Verbundsicherheitsscheiben. Das neue Verfahren erreicht nun deutlich bessere Reinheitsgrade als die bisherigen Verfahren und produziert sortenreines PVB. Laut Pöschel hat das PVB einen Reinheitsgrad von in der Regel über 99,9 Prozent.

Das Verfahren besteht im Kern aus einem trockenmechanischen und einem nassphysikalischen Aufbereitungsteil. Der Projektpartner Sklopan, ein Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Glasindustrie, verantwortet die Vorbehandlung des Autoglases, sprich Zerkleinerung, Separierung, Fremdstoffabscheidung und Abtrennung von möglichst viel Glas. „Darüber hinaus sorgt Sklopan auch für die Verheiratung des trockenen und nassen Teils“, wie es Pöschel ausdrückt.

Saperatec selbst ist für den nassen Verfahrensteil verantwortlich. Die Bielefelder Firma hat ihre Plattformtechnologie, mit deren Hilfe Materialverbunde getrennt werden können, auf die neue Aufgabe hin angepasst. „Dabei wird das trockenmechanisch vorbehandelte PVB in einen Reaktor eingebracht, wo die für diese Zwecke seitens Saperatec entwickelte spezielle Mikroemulsion die Trennarbeit von Restanhaftungen an Glas und Staub erledigt. Anschließend wird das PVB wieder von der Mikroemulsion getrennt und das PVB gewaschen“, erklärt Pöschel den Vorgang.

Die Investition in die neue Verwertungstechnologie könnte sich schon schnell auszahlen, denn der Markt ist riesig. Schließlich umfasst er sämtliche Sicherheitsscheiben in Pkw, Lkw und Bussen. Aber nicht nur dort kommt der kostenintensive Kunststoff zum Einsatz. „Auch im Baubereich erfreut sich die Sicherheitsfolie einer immer größer werdenden Beliebtheit“, berichtet Pöschel.

Wie groß das Aufkommen an PVB insgesamt ist, lässt sich nur schwer beziffern. „Zahlen sind nicht so genau ermittelbar“, räumt Pöschel ein. „Auf jeden Fall steht aber fest, dass es in Europa jährlich weit mehr als 500.000 Tonnen an Verbundsicherheitsglas aus Kfz gibt. Hinzu kommen die Mengen aus dem Baubereich.“ Je nach Art der Scheibe könne man von einem PVB-Anteil in einer Höhe von ungefähr 10 Prozent ausgehen, sagt Pöschel. Demnach sind in Europa jährlich weit mehr als 50.000 Tonnen PVB verfügbar.

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