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Marktbericht für Edelmetalle

Keine Besserung für Platin und Palladium

Platin und Palladium hängen in ihrem Tief fest. Grundsätzliche Zeichen der Besserung sind nur vereinzelt zu erkennen: Bei Palladium könnte der US-Automobilmarkt für eine Erholung sorgen. Der wöchentliche Marktbericht für Edelmetalle.

Von Sonia Hellwig und Florian Richard, Heraeus Metals Germany GmbH & Co. KG.

Gold

Eine zweite Woche in Folge konnte Gold eine positive Entwicklung verzeichnen und legte während der Berichtsperiode um 1 Prozent zu. Bevor sich Gold im zweiten Teil der Woche in einer engeren Spanne einpendelte, handelte es bis zu einem Wert von 1.249 US-Dollar/oz und somit kurzzeitig fast in Parität mit Platin.

Unterstützend wirkten weiterhin die globalen Wachstumssorgen, die schon in der Vorwoche das Interesse an sicheren Anlageklassen wie Gold hatten steigen lassen. Das Metall profitierte von erneuten Verlusten an den internationalen Aktienbörsen und im USD und ließ Investoren sich den ETFs zuwenden. Diese stiegen in der vergangenen Woche um 0,22 Prozent. Hinzu kam die Eindeckung von zuvor getätigten Leerverkäufen, die Gold zusätzlich zu Gute kamen.

Langfristig profitieren könnte das Metall von der Entwicklung der Minenproduktion in China: Laut eines Berichts von Thomson Reuters soll das Wachstum der Produktionsmengen  von aktuell 6 Prozent auf 0,9 Prozent in 2018 fallen. Scheinbar leiden einige chinesische Minen unter sich verringernden Metallvorkommen und zugleich reduzierter Erzreinheit. Gekoppelt mit höheren Kosten und einem tieferen Goldpreis, erschwert dies die Lage der Produzenten. Seit 2007 ist China zwar der weltweit größte Goldproduzent, doch würde dies für den ebenfalls größten Verbraucher in Zukunft noch höhere Einfuhren bedeuten, um die lokale Nachfrage zu bedienen.

Widersprüchlich positive Daten aus den USA hatten die wachstumsbesorgten Gemüter wieder etwas beruhigt und Gold am Freitagnachmittag noch etwas absacken lassen. Der Fokus wird weiterhin auf die Datenlage und entsprechende Konjunktureinschätzungen gerichtet sein. Aktuell handeln wir bei 1.240 US-Dollar/oz.  Tendenziell sehen wir Gold positiv, mit dem nächsten zu überwindenden Widerstand bei 1.250 US-Dollar/oz und Unterstützung bei 1.210 US-Dollar/oz.

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Gold: 13.10.-19.10.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 1.249,30 978,65 31,46
Tief 1.221,67 963,46 30,98

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Silber

Silber schließt letzte Woche fast unverändert bei 17,23 US-Dollar/oz. Im Laufe der Woche zeigte sich jedoch wieder einmal der bestimmende Einfluss der Geldpolitik und Zinserwartung auf das Metall. Nach schlechten Wirtschaftsdaten aus den USA fielen die Renditen und Aktien stark und Silber konnte durch sein Profil als sicherer Hafen an Wert gewinnen, in kurzer Zeit um 80 Cent bis auf 17,80 US-Dollar/oz. Silber hat nun zunächst bei 16,80 US-Dollar/oz einen Boden gefunden und gute Chancen wieder etwas höher zu notieren Richtung 18 US-Dollar/oz.

Für weitere Impulse wird der Markt diese Woche wieder verstärkt auf konjunkturelle Daten aus den USA achten, um seine Rückschlüsse auf die Notenbankpolitik zu ziehen. Relevant sind hier besonders die Häuserverkäufe, Inflation, Arbeitslosenzahlen und der Einkaufsmanagerindex. Außerdem wird morgen das BIP-Wachstum Chinas veröffentlicht. Aus Deutschland erwarten uns der Ifo und Einkaufsmangerindex.

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Silber: 13.10.-19.10.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 17,85 13,94 448,04
Tief 17,01 13,43 431,89

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Platin

Platin verzeichnete in der Berichtsperiode eher eine Seitwärtsbewegung, nachdem es sich von seinem 5-Jahres-Tief in der vorletzten Woche erholt hatte. Am Montag startete das Metall bei 1.256 US-Dollar/oz und schloss zum Ende der Woche bei 1.253 US-Dollar/oz.

Grundsätzlich verzeichnete Platin in Q3 große Wertverluste und zeigt auch derzeit keine konkreten Zeichen der Besserung. Begründet werden die Entwicklungen im dritten Quartal insbesondere durch das Misstrauen der Investoren gegenüber einer Erholung des Metalls in naher Zukunft. Es kam weder zu einer abrupten Angebotsverknappung nach dem Minenstreik in Südafrika noch zu einer Erholung der Wirtschaftslage im europäischen Raum, welche gleichermaßen den Metallpreis in die Höhe getrieben hätten. Da der europäische Automarkt dabei eine bedeutende Rolle für Platin- bzw. Dieselkatalysatoren spielt, übten die Wirtschaftsdaten einen erheblichen Einfluss auf die Investorenstimmung.

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Platin: 13.10.-19.10.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 1.283,75 1.012,70 32,56
Tief 1.232,70 965,34 31,04

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Palladium

Auch in der vergangenen Woche musste Palladium weitere Verluste hinnehmen. In der Berichtsperiode verlor das Metall, nachdem es mit 782 US-Dollar/oz in die Woche startete,  4 Prozent an Wert. Auch Palladium musste neben Platin in Q3 erhebliche Wertverluste hinnehmen und auch hier war der Markt gekennzeichnet durch eine allgemeine negative Investorenstimmung, was sich in zweitweise sinkenden ETF Beständen äußerte. Es kam verstärkt zu Auflösungen von Long Positionen, um sich Gewinne abzusichern.

Auf der Nachfrageseite stehen die Zeichen jedoch entgegen der verbreiteten Stimmung in den Investorenkreisen großenteils auf grün. Der US-Automobilmarkt verzeichnet weiterhin Zuwächse in Fahrzeugverkäufen. So sind im September dieses Jahres die Verkäufe in der Automobilindustrie um 1,24 Millionen Fahrzeuge gestiegen, welches im Jahresvergleich einen Anstieg um 9 Prozent ausmacht.

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Palladium: 13.10.-19.10.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 799,77 632,00 20,32
Tief 725,10 567,00 18,23

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Rhodium, Ruthenium, Iridium

Es gibt diese Woche von allen „kleinen“ PGMs preisseitig wenig zu vermelden. Rhodium hatte zwar relativ gute Umsätze zu verzeichnen, allerdings waren weder die Nachfrage noch das Angebot groß genug, um den Preis entscheidend in die eine oder andere Richtung zu bewegen.

Die Unterstützung bei 1.200 US-Dollar/oz hat nach wie vor Bestand, jedoch ist die momentane Verfügbarkeit auch sehr gut, was nicht auf eine schnelle und starke Preisbewegung nach oben schließen lässt. Auf mittelfristige Sicht favorisieren wir dennoch festere Preise, da wir immer noch auf einem relativ attraktiven Preis handeln und uns aktuell in der Nähe eines 4 Monats-Tiefstkurses bewegen.

Bei Ruthenium hat es aufgrund des tiefen Preises erste Anfragen und kleinere Käufe gegeben. Wir sind zurzeit auf einem Niveau, das wir das letzte Mal vor mehr als 9,5 Jahren gesehen haben! Die Attraktivität und der damit verbundene Anreiz dieses Metall aber aktiv zu verkaufen, sind verständlicherweise sehr gering.

Es bleibt abzuwarten, ob Industrie und eventuell auch kleinere Investoren, die es wagen in so einem Markt mitzuspielen, diese vergleichsweise günstigen Preise nutzen und Eindeckungen vornehmen, bzw. Positionen eingehen. Auf jeden Fall ist zu beobachten gewesen, dass die Umsätze etwas angestiegen sind.

Iridium war sehr ruhig in der Berichtswoche und es ist anzunehmen, dass der Preistrend mit weiterhin fallenden Kursen noch etwas anhalten wird, obwohl es hier, wie auch letzte Woche schon erwähnt, erste Käufe von der industriellen Schiene, zum Teil auch für Bedarfe in der Zukunft, vorgenommen werden. Es sieht aber so aus, als gibt es beim Preis noch etwas Luft nach unten.

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