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Stahlschrottmarkt im Juli

Stahlschrottpreise bleiben weitgehend stabil

Im Juli blieben die Stahlschrottpreise im Großen und Ganzen unverändert. Die wirtschaftliche Lage der Stahlwerke verbessert sich zwar, doch der Aufschwung ist nicht stark genug, um die Schrottpreise mitzuziehen.

Die Stahlschrottpreise, die der Stahlschrottverband BDSV monatlich ermittelt, blieben im Juli weitgehend unverändert. Im Vergleich zum Juni erhöhten sich zwar einige Preise, doch die Steigerung fiel nur minimal aus. So stieg der Preis für Neuschrott im Durchschnitt um knapp einen Euro, die Sorte 4 erlöste rund zwei Euro mehr. Sorte 3 dagegen erfuhr die gegenläufige Entwicklung und büßte 2,50 Euro ein.

Nach den aktuell veröffentlichten Zahlen der BDSV stellen sich die bundesweiten Lagerverkaufspreise für Juli wie folgt dar:

  • Sorte 1 (Stahlaltschrott):                         220,1 Euro/t                  (Juni: 220,3 Euro)
  • Sorte 2/8 (Stahlneuschrott):                 246,2 Euro/t                 (Juni: 245,4 Euro)
  • Sorte 3 (Schwerer Stahlaltschrott):    241,9 Euro/t                   (Juni: 244,4 Euro)
  • Sorte 4 (Shredderstahlschrott):           250,6 Euro/t                  (Juni: 248,8 Euro)
  • Sorte 5 (Stahlspäne):                               192,8 Euro/t                   (Juni: 191,5 Euro)

Branchenvertreter halten es für wahrscheinlich, dass sich die Schrottpreise auch im August auf diesem Niveau bewegen werden. Fraglich ist indes, ob die Preise nach dem Sommer anziehen werden. So geht das Wirtschaftsforschungsinstitut RWI davon aus, dass die deutsche Rohstahlerzeugung in der zweiten Jahreshälfte deutlich schwächer ausfallen wird als in der ersten. Die Stahlunternehmen würden ihre Bestände an Rohblöcken und Halbzeug im zweiten Halbjahr wieder abbauen, heißt es seitens des Instituts.

Hinzu kommt, dass die generell höhere Nachfrage nach Stahl zum großen Teil durch Importe abgedeckt wird. Gerade im Bausektor, der für einen großen Teil der aktuellen Stahlnachfrage verantwortlich ist, wird in hohem Maß importierter Stahl verarbeitet. Ähnliches gilt für die stahlverarbeitende Industrie. Dort dürfte zwar in den kommenden Monaten die Produktion weiter zunehmen. Doch auch dieser Bedarf wird nach Einschätzung des RWI weiter in hohem Maße durch Importe gedeckt werden.

Das RWI erwartet deshalb, dass die deutsche Rohstahlerzeugung in diesem Jahr nur um 0,5 Prozent auf 42,8 Millionen Tonnen steigen wird. Für 2015 rechnet das Institut mit einem Zuwachs der deutschen Rohstahlerzeugung um 1,7 Prozent auf 43,6 Millionen Tonnen. Die Kapazitäten der deutschen Stahlindustrie wären dann zu 85 Prozent ausgelastet, heißt es.

Wie das RWI weiter ausführt, habe inzwischen der Rationalisierungsdruck der Stahlwerke nachgelassen, da die Rohstoffpreise gesunken und die Produktpreise stabil geblieben sind. Die Preise für Rohstoffe der Stahlindustrie seien schon seit mehr als einem Jahr tendenziell rückläufig.

Ausschlaggebend hierfür sei zum einen die schwächere Rohstahlerzeugung. Andererseits hätten die Rohstoffproduzenten Überkapazitäten aufgebaut, weil sie vor 2008 im Vertrauen auf das starke Wachstum in China Investitionen in die Förder- und Distributionsinfrastruktur angestoßen haben, die in den vergangenen Jahren wirksam wurden. Angesichts der erwarteten Entwicklungen der globalen Stahlerzeugung dürften die Rohstoffpreise unter Druck bleiben, glaubt das Wirtschaftsinstitut. Bei gleichzeitig stabilen Preisen für Stahlerzeugnisse dürfte dies die Stahlunternehmen auf der Kostenseite entlasten.

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