Umfrage unter MVA-Herstellern

Die Geschäftserwartungen in der Waste-to-Energy-Branche haben sich eingetrübt. Auch die Anlagenhersteller sehen die Geschäftsentwicklung skeptischer. Die Konkurrenz aus dem Ausland wird stärker.

China macht Druck


Die Stimmung in der Waste-to-Energy (WtE)-Branche wird schlechter. Zu diesem Ergebnis kommt das WtE-Branchenbarometer 2013, das jährlich vom Beratungsunternehmen ecoprog mit Unterstützung des Betreiberverbandes CEWEP (Confederation of European Waste-to-Energy Plants)und des Industrieverbandes ESWET (European Suppliers of Waste to Energy Technology) durchgeführt wird. Als Grund für das schlechtere Geschäftsklima nennen die beiden Verbände unter anderem die mangelhafte Umsetzung der EU-Deponierichtlinie in vielen Mitgliedsländern. Nach wie vor würden 93 Millionen Tonnen Siedlungsabfälle deponiert.

Vor allem in Südeuropa wird die EU-Deponierichtlinie noch immer unzureichend umgesetzt. Neue Projekte in Großbritannien und Irland sorgen zwar für Belebung, doch was fehlt, sind Anschlussprojekte. Die verschiedenen Anlagen, die in Osteuropa in Angriff genommen werden, dürften nicht ausreichen, um die Nachfrage in ihrer jetzigen Form in Europa aufrechterhalten, heißt es in der Branchenumfrage. Auch vom amerikanischen Markt erwartet die WtE-Industrie nicht allzu viel. Drei Viertel der Befragten gehen davon aus, dass in den USA nur das Nötigste in den veralteten Anlagenbestand investiert wird.

Konkurrenz bekommen die europäischen Anlagenbauer seit einiger Zeit aus Fernost. Anlagenbauer aus China gewinnen zunehmend an Erfahrung und bauen Anlagen auch außerhalb der Volksrepublik. Der Markt in China sei in den vergangenen Jahren stark gewachsen und erreiche heute einen Anteil von über 50 Prozent an den Vergaben weltweit, heißt es in der Umfrage. Ausländische Firmen können davon jedoch nicht profitieren. Auf sie entfiele nur die vereinzelte Lieferung von wenigen Kernkomponenten.

Noch geht es den europäischen Anlagenbauern gut. 82 Prozent der Unternehmen erachten die Geschäftslage als gut oder befriedigend, wenngleich die Bewertung schlechter ausfällt als im vergangenen Jahr. Unzufrieden sind die Anlagenbauer vor allem mit dem Auftragsbestand, 42 Prozent aller Unternehmen betrachten ihn laut Umfrage als zu niedrig.

Eine Erholung ist nicht in Sicht. Die Bedeutung chinesischer Anlagenbauer dürfte in den kommenden Jahren noch zunehmen. Über 90 Prozent der Prozent der etablierten Anbieter erwarten laut Branchenumfrage, dass sie sich in den kommenden fünf Jahren stärker mit den chinesischen Anbietern auseinander setzen müssen.

Eingetrübt haben sich die Aussichten auch für die Betreiber von WtE-Anlagen. Ihre aktuelle Geschäftslage beurteilen die Anlagenbetreiber zwar etwas schlechter als im Vorjahr, aber noch immer vergleichsweise gut. 84 Prozent verfügen laut Branchenumfrage über eine ausreichende oder sogar hohe Auslastung ihrer Anlagen. Allerdings berichteten fast 50 Prozent der Betreiber von einer gesunkenen Nachfrage in den vergangenen zwölf Monaten.

Beim Blick in die Zukunft überwiegt die Skepsis. So erwarten 40 Prozent aller Betreiber für die kommenden zwölf Monate einen ungünstigeren Geschäftsverlauf, nur 18 Prozent sehen ein Wachstum. Im Anlagenbau glaubt knapp ein Viertel der Unternehmen (24 Prozent) an einen schlechteren Geschäftsverlauf.

Das Fazit der Umfrage fällt vor diesem Hintergrund schlechter aus als noch vor zwölf Monaten: In beiden Gruppen, Betreiber und Industrie, seien die Zukunftserwartungen signifikant schlechter geworden.

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