Forschungsvorhaben

Gallium ist ein wirtschaftsstrategischer Rohstoff, der in vielen Anwendungen unverzichtbar ist. Wissenschaftler testen nun, ob Gallium aus Abfällen der Halbleiter-Industrie zurückgewonnen werden kann. Vor kurzem hat das Verbundvorhaben gestartet.

Verwertung von Gallium aus Produktionsabfällen


Ob Displays, Solarzellen, Thermometer: Diese Produkte sind ohne Galliumverbindungen undenkbar. Darüber hinaus kommt das silbrig-weiße Metall auf der Erde nur selten vor und zählt deshalb zu den wirtschaftsstrategischen Rohstoffen. Das Verbundvorhaben EcoGAIN will Gallium nun möglichst vollständig in den Kreislauf zurückzuführen.

Beteiligt daran sind Universitäten/Institute in Sachsen sowie Unternehmen in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Seitens der Wissenschaft bringen das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie und die TU Bergakademie Freiberg ihr Know-how ein. Für die Praxis-Seite stehen die Freiberger Compound Materials, PPM Pure Metals (Sachsen-Anhalt) und Loser Chemie in den Projektunterlagen. Komplettiert wird das Bild durch die G.E.O.S. Ingenieurgesellschaft, den Verein Geokompetenzzentrum Freiberg und Erz & Stein – Gesellschaft für Lagerstätten- und Rohstoffberatung.

Ziel von EcoGAIN ist es, in den kommenden drei Jahren (bis Ende Juni 2019) neue Technologien zu entwickeln, um Gallium aus Abfällen der Halbleiter-Industrie zu gewinnen. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Galliumarsenid-Trennung aus Prozessabwässern mittels Membranverfahren. Darüber hinaus soll die Abtrennung von Gallium per Bakterien untersucht werden. Ein weiteres Teilprojekt fokussiert auf die Verwertung von Siliciumdioxid. Das Material wird in Transistoren oder integrierten Schaltkreisen benötigt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Projekt innerhalb des Förderprogramms r4 mit rund 1,4 Millionen Euro. Aufgeteilt ist das Geld auf acht Teilprojekte. Mit rund 560.000 Euro geht die größte Summe in die Erforschung des genannten Membrantrennverfahrens. Der Zwickauer Solarmodul-Recycler Loser Chemie erhält circa 112.000 Euro für das Siliciumdioxid-Teilprojekt.

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