Geschäftsaussichten für 2017

Die neuen Verordnungen zur Stärkung der Recyclingwirtschaft zeigen Wirkung: Inzwischen korrigieren auch die Hersteller von Recyclingtechnik ihre Erwartungen nach oben. Auch die Exportnachfrage dürfte belebt werden.

Recyclingtechnik: Inlandsnachfrage zieht an


Die im VDMA organisierten Hersteller von Abfall- und Recyclingtechnik geben sich für das aktuelle Jahr zuversichtlich. Von den befragten Herstellern erwarten 74 Prozent eine Umsatzsteigerung, nur 13 Prozent erwarten einen leichten Umsatzrückgang, berichtet der DMA Fachverband Abfall- und Recyclingtechnik. Nach einem durchwachsenen Jahr 2016 mit einem Umsatzplus von 0,5 Prozent strebt die Branche aktuell ein Umsatzplus von 1,5 Prozent an.

Einer der Gründe dürfte die 2015 eingeführte Pflicht zur getrennten Sammlung von Bioabfällen sein, meint der Fachverband. Mit fortschreitender Umsetzung der Bioabfallverordnung sei inzwischen ein steigendes Biomüllaufkommen festzustellen. Auch die inzwischen vom Bundesrat beschlossene Novelle der Gewerbeabfallverordnung und die darin verankerte Recyclingquote von 30 Prozent regen zu Modernisierungen und Neuanschaffungen an.

„In Gewerbeabfällen stecken unterschiedlichste Ressourcen mit großem Recyclingpotenzial. Mit den erstmals in der Verordnung festgeschriebenen technischen Mindestanforderungen an Vorbehandlungsanlagen wird nun endlich eine vollziehbare gesetzliche Grundlage geschaffen, um diese Potenziale auch nutzen zu können“, sagt Naemi Denz, Geschäftsführerin des VDMA Fachverbandes Abfall- und Recyclingtechnik.

Exportgeschäft bleibt Wachstumsgarant der Branche

Nach oben zeigt auch das Auslandsgeschäft . „Mit 76 Prozent erwarten wir für dieses Jahr eine um 2 Prozent ansteigende Exportquote. Fast 80 Prozent der Hersteller rechnen sogar mit einer noch höheren Exportquote“, erläutert Denz. Im Verlauf der letzten Jahre habe das Recycling von Industrieabfällen eine stetige Zunahme erfahren, hier seien weitere Impulse besonders von den Exportmärkten zu erwarten.

Die EU–28 Staaten bleiben laut VDMA mit Abstand der wichtigste Absatzmarkt der Hersteller von Abfall- und Recyclingtechnik – über 62 Prozent der Maschinen und Anlagen gehen ins benachbarte EU-Ausland. Stabil und mit deutlichem Abstand zu Asien stehe der nordamerikanische Markt unangefochten an zweiter Stelle im Exportranking.

Bemerkenswert sei die Entwicklung der Exporte in die Region Afrika – inzwischen hat sich der Exportanteil auf über 2 Prozent hochgearbeitet und liegt somit gleichauf mit den Exporten nach China.  „Der afrikanische Markt entwickelt sich auf niedrigem Niveau in den Regionen Nord- und Südafrika. Diese Erfahrung spiegelt sich auch aus dem überraschend hohen Anteil an Fachbesuchern aus Afrika während der IFAT 2016 in München“, berichtet Denz.


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Personalbestand bleibt auf Vorjahresniveau

Die Beschäftigung bleibt nach Angaben des VDMA weiterhin hoch. Über 60 Prozent der Befragten Unternehmen wollen den derzeitigen Personalbestand beibehalten. Rund 26 Prozent der Befragten investieren weiter in qualifizierte Mitarbeiter und bauen den Personalbestand aus. „Das ist ein Indiz dafür, dass sich die Branche trotz konjunktureller Unsicherheiten fit für die Zukunft hält und neue Mitarbeiter einstellt“, erklärt Denz.

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