Metallaufbereitung

Aluminium- und Buntmetallschrotte konnten bislang nicht sortenrein separiert werden. Mit einer neuartigen Technologie soll dies im industriellen Maßstab möglich werden. Der Anlagenbauer Sicon hat eine entsprechende Anlage ab sofort im Portfolio.

Sortenrein aufgetrennt mit LIBS


Der nordrhein-westfälische Anlagenbauer Sicon hat eine neue Anlage zur sensorgestützten Sortierung von Aluminium- und Buntmetallschrotten entwickelt. Damit könne eine bisher unerreichte Sortierreinheit der Metallfraktionen erzielt werden. Die zugrundeliegende Technologie hört auf den Namen LIBS.

LIBS steht für laserinduzierte Plasmaspektroskopie und hat sich dem Unternehmen zufolge in den vergangenen Jahren in Handanalysegeräten als robust und zuverlässig erwiesen. Nun komme die Methode im neuen Modell LaserSort auch für industrielle Sortieranwendungen zum Einsatz. Die Anlage ist in der Lage, pro Stunde zwei bis drei Tonnen Input mit einer Korngröße von 25,4 bis 152,4 Millimeter zu separieren.

Separation in einem Schritt

Zunächst wird dabei das Schüttgut einem Beschleunigungsband zugeführt. Anschließend wird ein starker, autofokussierter Laserimpuls auf jedes einzelne Metallteil gerichtet. Die dabei erzeugte Strahlung der sogenannten Plasmawolke wird dann im Spektrometer eingefangen.

Weil jedes Element eine charakteristische Wellenlänge besitzt, kann das entsprechende Material eindeutig identifiziert und gezielt ausgeschleust werden. Der Vorteil von LIBS ist laut Sicon die tief gehende Separation einer Vielzahl von NE-Metallen in einem Schritt inklusive der Rückgewinnung von Aluminiumlegierungen der Gruppe 5000 und 6000.

„Die bisher verwendete röntgengestützte Dichtesortierung ermöglichte anhand von Schwermetallgehalten lediglich die Materialunterscheidung in Aluminiumguss und -knetlegierung“, so das Unternehmen. Durch die sortenreine Auftrennung von Metallgemischen (Buntmetalle, Zorba, Zink) in einzelne Legierungsklassen und Primärmetalle sei zudem eine enorme Wertsteigerung der Absatzprodukte möglich.

Eine ähnliche Anlage hatte Sortiertechnikhersteller Steinert Ende vergangenes Jahr vorgestellt. Damals hieß es, dass durch eine legierungsreine Bereitstellung etwa der Aluminiumfraktion höhere Erlöse von 300 bis 400 Euro je Tonne erzielt werden könnten.

Sicon will interessierten Kunden die Anlage ab August im hauseigenen Technical Research Center in Hilchenbach (etwa 20 Kilometer nordöstlich von Siegen) zu Testzwecken zur Verfügung stellen.

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