Marktbericht

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An den Märkten für NE-Metallschrott fällt die Wochenbilanz gemischt aus. Während sich Weichblei- und auch Altzinkschrott verbessern konnten, ging es für andere Schrottsorten abwärts. Auch auf Primärseite war keine klare Linie erkennbar. Der wöchentliche Marktbericht für NE-Metalle.

Weichbleischrott-Preise steigen weiter


Einige NE-Metallschrottsorten hatten in der vergangenen Woche keinen guten Lauf. Wie aus der Preiserhebung des Verbands Deutscher Metallhändler (VDM) hervorgeht, verschlechterten sich die Preise teilweise recht deutlich. Weichblei- und Altzinkschrott dagegen schlugen die entgegengesetzte Richtung ein.

  • Weichbleischrott (Paket) steigerte sich zum Stichtag 1. Oktober um 40 Euro je Tonne. Ähnlich hoch war die Preisspanne im bisherigen Jahresverlauf nur Anfang Februar und Mitte März. Weichbleischrott ist mit aktuellen Preisen zwischen 1.640 und 1.740 Euro allerdings noch weit entfernt von der guten Periode von Ende Mai bis Ende Juni 2018. In dem Zeitraum lag der obere Preis bei über 2.000 Euro.
  • Altzinkschrott (Zebra) legte um 60 Euro zu. Damit hat sich Altzinkschrott zwar wieder auf das Niveau von Mitte September hochgearbeitet, bleibt aber noch weit unter dem Niveau vom ersten Quartal. Von Anfang März bis Ende April ließen sich mit Altzinkschrott über 2.000 Euro erzielen.
  • Drahtschrott aus Reinaluminium (Achse) bleibt mit einer Preisspanne von 1.500 bis 1.660 Euro noch einigermaßen stabil. Aluminiumprofilschrott (Alter) dagegen gab mit 70 Euro recht deutlich nach. Am oberen Ende konnte sich die Schrottsorte allerdings noch über der Marke von 1.600 Euro halten.
  • Auch vor Kupferschrott stand ein größeres Minus. Blanker Kupferdrahtschrott (Kabul) musste zwischen 60 und 80 Euro abgeben. Schwerkupferschrott (Keule) mit bis zu 90 Euro noch ein wenig mehr. Beide Sorten sind nun wieder auf den Stand von Ende August, Anfang September zurückgefallen.
  • Beim Nickelschrott verstärkt sich die Flaute. Hatten sich die oberen Preise in den zurückliegenden Wochen überhaupt nicht bewegt, ging es in dieser Woche abwärts. Nickel V2A (Alt- und Neuschrott) gab am oberen Ende um 50 Euro nach und rutschte damit unter 1.000-Euro-Marke. Nickel V4A musste damit verglichen deutlich mehr Federn lassen. Um 130 Euro rutschte der obere Preis nach unten. Beide Sorten waren zuletzt im Juli vergleichbar günstig.

Entwicklung der Metallpreise an der LME:

Für Nickelschrott gibt es jedoch durchaus positive Impulse von der Primärseite. Nachdem sich der Nickelpreis in den vergangenen zwei Wochen wieder etwas zu normalisieren schien, konnte Nickel an der Londoner Metallbörse LME sogar wieder leicht um annähernd 1 Prozent zulegen (Stichtag: 1. Oktober).

  • Auch Blei scheint momentan im Aufwind zu sein. Der Dreimonatspreis stieg um 2,24 Prozent. Gleichzeitig setzte sich Blei auch weiter von der 2.000-US-Dollar-Marke ab.
  • Für Zink begann der Monat ebenfalls positiv. Nachdem der Zinkpreis im Laufe des Septembers relativ deutlich nachgelassen hatte, scheint sich Zink nun wieder aufzurappeln: Der Preis konnte um 3,49 Prozent auf 2.343 US-Dollar zulegen.
  • Bei anderen Industriemetallen wie Aluminium hingegen schienen sich die fehlenden Impulse aus China bemerkbar zu machen. Dort ist die Shanghai Futures Exchange noch bis zum 7. Oktober geschlossen. Aluminium verbilligte sich an der LME um 2,28 Prozent. Auf einem ähnlich niedrigen Preisniveau lag Aluminium zuletzt im ersten Quartal 2017.
  • Auch Kupfer musste in dieser Woche weiter abgeben. Um 1,85 Prozent ging der Kupferpreis auf 5.639 US-Dollar zurück.
  • Bei Zinn scheint sich der Abwärtskurs wieder zu festigen. Wie schon in der Vorwoche musste Zinn wieder recht spürbare Verluste einstecken (- 2,12 Prozent). Dabei sah es zu Jahresbeginn für Zinn noch vielversprechend aus. Im ersten Quartal ließen sich mit dem Metall noch Preise von über 21.000 US-Dollar erlösen. Die Preise schienen zeitweise sogar in Richtung der Marke von 22.000 US-Dollar zu gehen.

Die aktuellen Konjunkturbedingungen:

Für die EU und den Welthandel gab es am Mittwoch vergangener Woche eine neue Hiobsbotschaft: Die USA dürfen wegen jahrelanger rechtswidriger EU-Subventionen für den Flugzeugbauer Airbus Strafzölle auf EU-Importe in Milliardenhöhe verhängen. Schlichter der Welthandelsorganisation (WTO) genehmigten Vergeltungsmaßnahmen auf Waren in Wert von 7,5 Milliarden Dollar (derzeit rund 6,9 Mrd Euro) pro Jahr, wie die WTO am Mittwoch in Genf mitteilte. Gegen den Schlichterspruch kann keine Berufung eingelegt werden. Es ist die höchste Summe, die in der fast 25-jährigen Geschichte der WTO je genehmigt wurde.

Die USA kündigten darauf hin, bei der Einfuhr von Flugzeugen vom 18. Oktober an eine zusätzliche Abgabe von 10 Prozent zu erheben. Bei zahlreichen anderen Produkten wie Käse, Wein, Butter, Olivenöl und Kaffee wird ein Strafzoll von 25 Prozent verhängt. Die Zölle treffen demnach vor allem Produkte der Länder, die für die Airbus-Subventionen verantwortlich sind: Dies sind Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien.

Die EU habe die USA seit vielen Jahren mithilfe von Zöllen und Handelsschranken „sehr gemein“ behandelt, schrieb US-Präsident Donald Trump am Donnerstag im Kurznachrichtendienst Twitter. Die von der Welthandelsorganisation (WTO) gegebene Erlaubnis für Vergeltung sei ein „hübscher Sieg“.

Die EU warnte die USA am Donnerstag noch einmal eindringlich vor der Umsetzung der Pläne für neue Strafzölle. „Das ist ein Schritt, der in erster Linie amerikanische Konsumenten und Unternehmen treffen wird“, sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Zudem würden neue Zölle es komplizierter machen, für den eigentlichen Streit um Sanktionen für die Flugzeugbauer eine Lösung zu finden. Wenn die USA die angekündigten Zölle wirklich einführen sollten, werde die EU keine andere Möglichkeit haben, als das Gleiche zu tun. Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire sagte, US-Sanktionen seien „ein wirtschaftlicher Fehler und ein politischer Fehler“.

Deutschland dürfte nach einer Analyse des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel am stärksten von den neuen Zöllen betroffen sein, mit Exportverlusten von gut zwei Milliarden Euro im Jahr. EU-weit beziffert das Institut die Kosten auf sieben Milliarden Euro im Jahr.

Die von der EU-geplanten Vergeltungszölle könnten zum Beispiel auf Tomatenketchup und Spielekonsolen erhoben werden. Sie dürften wegen der rechtswidrigen US-Subventionen für den Airbus-Konkurrenten Boeing ebenfalls offiziell von der WTO erlaubt werden – vermutlich Anfang 2020. Die EU macht zwölf Milliarden Dollar Schaden im Jahr geltend.

 

© 320° | 07.10.2019
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