Steigende Preise

Flugpassagiere müssen sich auf steigende Ticketpreise einstellen. Verantwortlich seien nicht nur höhere Kerosinpreise, sondern auch neue Vorgaben der EU, sagt Condor-Chef Ralf Teckentrup. Kurzfristige Effekte seien aber erstmals nicht zu erwarten.

Condor-Chef: „Fliegen wird in jedem Fall teurer“


Condor-Chef Ralf Teckentrup hat Flugpassagiere auf steigende Preise eingestimmt. „Fliegen wird in jedem Fall teurer“, sagte der Airline-Manager in einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Mittwoch). Als Gründe nannte er die gestiegenen Kerosinpreise und zusätzliche Kosten aus dem EU-Klimapaket „Fit for 55“.

Der Klimaschutz sei im Interesse der Condor, um das Geschäft zu erhalten, sagte Teckentrup. Er werde das Fliegen aber signifikant verteuern. In den „nächsten fünf, sechs Jahren“ bleibe der Sommerurlaub für weite Teile der Bevölkerung erschwinglich. „Danach wird es nach heutiger Einschätzung sehr viel teurer.“

Kurzfristig erwartet die Fluggesellschaft eine hohe Nachfrage. „Die Leute sind so urlaubshungrig, dass sie verreisen werden. Wer weniger Geld zur Seite legen kann, wird eine kürzere Reise buchen, um zumindest zehn Tage Erholung zu bekommen», sagte Teckentrup.

Übermäßige Preissteigerungen werde es nicht geben, so der Manager. „Der Flug macht nur einen Teil des Preises einer Pauschalreise von 700 oder 800 Euro aus. Wenn der 20 Euro mehr kostet, verhindert das Buchungen nicht.“

Die EU plant für den Luftverkehr einen schärferen Emissionshandel, Kerosinsteuern und die verbindliche Beimischung nachhaltig produzierter, aber derzeit noch teurer Kraftstoffe (SAF). Die Lufthansa und die Chefs der beiden größten deutschen Flughäfen warnen im Zuge dessen vor Wettbewerbsnachteilen und Jobverlusten in Europa. Die Branche fürchtet, dass außereuropäische Wettbewerber mit den entstehenden Kostenvorteilen Passagiere etwa in die Türkei oder den Nahen Osten umleiten könnten. Eine europäische Kerosinsteuer lehnt Lufthansa ab.

320°/dpa/re

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