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BIR-Marktbericht

Altpapier: Exportpreise nach China stehen unter Druck

Altpapierhändler müssen sich auf schwächere Exportpreise nach Asien einstellen. Der Grund: In Asien nimmt die lokale Sammlung von Altpapier zu. Die Preise für Wellpappenpapiere schwächeln bereits.

Für China und die USA hat das Jahr aus wirtschaftlicher Sicht etwas holprig begonnen. Doch beide Volkswirtschaften werden sich im Laufe des Jahres stabilisieren, schreibt Ranjit Baxi von J&H Sales International im aktuellen BIR-Altpapier-Report. In China habe der Rückgang der Exporte zu einer schwächeren Industrieproduktion geführt, doch die Exporte werden wieder zunehmen, ist sich Baxi sicher.

Im ersten Quartal jedoch verlief der Fasermarkt in Asien eher schwach. Die Preise für Wellpappenpapiere würden derzeit bei etwas 175 US-Dollar pro Tonne liegen, schreibt Baxi. Anfang des Jahres waren es noch 190 US-Dollar pro Tonne. Gemischte Sorten kosten rund 165 US-Dollar pro Tonne. Die Nachfrage ist laut Baxi stabil, doch die lokale Sammlung  nehme in den meisten asiatischen Ländern stetig zu. Das wiederum führe dazu, dass die Exporte nach Asien preislich wohl weiter unter Druck stehen werden. Für Baxi ist das laufende Jahr, der „Höhepunkt der Herausforderungen der vergangenen Jahre“. Erst für 2015 erwartet er wieder positive Aussichten.

In Deutschland wurde zu Beginn des Jahres aufgrund des milden Winters und keiner logistischen Probleme überdurchschnittlich viel Altpapier eingesammelt. Da aber auch von den Papierfabriken mehr Material nachgefragt wurde, sei der Markt relativ ausgeglichen gewesen, schreibt Reinhold Schmidt von der Firma Recycling Karla Schmidt. Auch im Fernen Osten sei die Nachfrage gestiegen. Im Februar verringerten sich die Preise für gemischte Sorten, Wellpappen und Deinkingware leicht. Dank der guten Nachfrage aus Ländern wie Polen und Ungarn erzielen Altpapierhändler im Osten Europas inzwischen ähnliche gute oder sogar bessere Preise wie in Westeuropa. Im März stieg die Nachfrage erneut an, weil einige Papierfabriken ihre Lager auffüllten.

Zusätzliche Kapazitäten in der Türkei

Aus Großbritannien meldet Simon Ellin von der The Recycling Association „gute Nachfrage und vernünftige Preise“ zum Jahresstart. Gegen Ende des ersten Quartals sind die Preise für Wellpappenpapiere jedoch um rund 20 britische Pfund pro Tonne gefallen. Zum einen wegen des Nachfragerückgangs aus China und zum anderen durch den Anstieg der Frachtkosten um bis zu 300 US-Dollar pro Container. Bei den mittleren und hochwertigen Altpapiersorten hingegen stiegen die Preise auch dank guter Nachfrage aus Indien um bis zu 10 Pfund pro Tonne.  Für Zeitungspapiere vermeldet Ellin fallende Preise, da hier auch immer weniger Neuware nachgefragt wird.

In Italien haben die Papierfabriken vor allem Probleme mit den hohen Energiekosten, berichtet Roberto Romiti von Masotina SPA. Insgesamt sei das erste Quartal des Jahres „kontrastreich“ gewesen: Gute Erlöse zum Jahresbeginn wurden im März durch fallende Preise abgelöst. Problematisch sieht Romiti die Auktionen des Hersteller-Konsortiums Comieco. Dort bieten Papierfabriken auf die Altpapiermenge aus der kommunalen Sammlung und würden damit die Preise manipulieren. Private Sammler hätten so keinen Spielraum mehr. Derzeit werde versucht, den Einfluss der Papierfabriken bei den Auktionen einzuschränken.

Neue Kapazitäten haben in der Türkei zu Preissteigerungen für Wellpappen- und Zeitungspapieren gesorgt. Da weitere Erweiterungen und Neubauten geplant sind, rechnet Ekrem Demircioglu mit weiter anziehenden Preisen. In Spanien hingegen sind seit Beginn des Jahres die Preise gefallen. Hierfür macht Francisco J. Donoso von Alba die gute Versorgungslage der Papierfabriken verantwortlich. Der Altpapierexperte vermutet, dass die heimische Altpapiernachfrage in den kommenden Monaten noch weiter sinken wird. Ein neues Energiegesetz und damit höhere Strompreise werden wohl dazu führen, dass einige Papierfabriken die Produktion weiter drosseln. Als Resultat dürften dafür die Altpapierexporte steigen.

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