Widerstand der Biogasbranche

In einem offenen Brief an Bundeswirtschaftsminister Gabriel und Bundeskanzlerin Angela Merkel warnen Vertreter der Biogasbranche vor kapitalen Fehlentscheidungen. Sie fürchten um Arbeitsplätze, ein einzigartiges Know-how und einen vielversprechenden Zukunftsmarkt.

160 Firmen gegen Gabriels Pläne


Die Kritik am Entwurf zum neuen EEG reißt nicht ab. Nun hat sich erneut der Fachverband Biogas zu Wort gemeldet. Er hat einen offenen Brief an Gabriel und Merkel initiiert, den über 160 Firmen aus der Biogasbranche unterschrieben haben. „Der vorliegende Entwurf zum EEG bedeutet faktisch das Ende der Biogasentwicklung in Deutschland“, mahnt Claus Rückert, Sprecher des Firmenbeirates im Fachverband. „Es würden tausende Arbeitsplätze vernichtet, einzigartiges Know-how ginge verloren, Milliarden von Investitionen wären umsonst getätigt und Deutschland würde sich um einen vielversprechenden Zukunftsmarkt bringen.“

Die Verfasser des Briefes beklagen, dass die Kostendebatte falsch und einseitig geführt werde. Vor allem bei Biogas fehle die Gesamtkostenbetrachtung: Durch die flexible und bedarfsgerechte Stromerzeugung könne Biogas die fluktuierenden regenerativen Quellen Sonne und Wind ausgleichen und kostspielige Speicher ersetzen. Doch diese ökologischen und ökonomischen Vorteile würden in der öffentlichen Diskussion verschwiegen.

Die Unterzeichner des Briefes fordern daher planbare Übergangsfristen und realistische Regelungen für den Einsatz von Reststoffen und Energiepflanzen. Darüber hinaus müsste der Ausbaukorridor für Biomasse erweitert werden. Statt 100 sollten künftig bis zu 300 Megawatt pro Jahr möglich sein, so der Fachverband.

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