Alba plant Behandlungsanlage in China

Alba exportiert seine Behandlungstechnologie nach China. Dort entsteht im Süden des Landes eine Stadt, die ökologische Maßstäbe setzen will.

„Grüne Kohle“ aus Abfall


Die Alba-Gruppe will in China eine Behandlungsanlage für Siedlungsabfälle bauen. Eine entsprechende Vereinbarung hat Alba-Chef Axel Schweitzer am Freitag im Rahmen des Antrittsbesuches des neuen chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping bei Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin unterzeichnet. Kooperationspartner ist die Zhongde Metal Group Co. Ltd und die Guangdong Rising Assets Management Co. Ltd.

Die Vereinbarung sieht eine Beteiligung am Projekt „Green Power“ in der Sino-German Metal Eco City vor. Das Projekt soll zentraler Bestandteil der neuen „Urban Mining Base“ in der Sino-German Metal Eco City, der ersten ökologischen Stadt Chinas, werden. Diese wird derzeit vor den Toren der sechs Millionen Einwohner zählenden Stadt Jieyang im Süden des Landes, dem Zentrum der chinesischen Metallindustrie, erbaut. Die Sino-German Metal Eco City ist ein deutsch-chinesisches Kooperationsprojekt, das von der Wirtschaft initiiert und gebaut und von der chinesischen Politik maßgeblich unterstützt wird. Auf rund 23 Quadratkilometern soll ein Lebens- und Wirtschaftsraum entstehen, der laut Alba „Maßstäbe in punkto Technologie und Ökologie“ setzen soll.

Geplant ist der Bau einer Behandlungsanlage für 400.000 Tonnen Siedlungsabfälle. Daraus sollen 120 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt und direkt vor Ort in das Stromnetz eingespeist werden. Zum Einsatz kommt die Technik der mechanisch-physikalischen Stabilisierung, die Alba bereits in Berlin zur Behandlung von Siedlungsabfällen einsetzt. „Grüne Kohle“ nennt Alba die erzeugten Ersatzbrennstoffe. Bei deren Nutzung entstehen im Vergleich zur herkömmlichen Energiegewinnung rund 70 Prozent weniger CO2-Emissionen.

China produziert weltweit den meisten Abfall. Über 70 Prozent der chinesischen Siedlungsabfälle werden unbehandelt deponiert. Alba hatte in der Vergangenheit in verschiedenen chinesischen Städten Abfallanalysen vorgenommen und im Jahr 2012 die erste Grüne Kohle aus Siedlungsabfall produziert. Das Testergebnis wurde in China auch zertifiziert.

Alba baut China-Geschäft aus

Die Alba-Gruppe ist bereits seit Anfang der 90er-Jahre in Hongkong vertreten und hat von dort aus ihr Asiengeschäft entwickelt. Heute ist der Berliner Recycler nach eigenen Angaben der größte Exporteur von Metallen aus Europa nach Asien. Rund 25 Mitarbeiter sind an den Standorten in Hongkong und Peking tätig. Sie adaptieren die in Deutschland entwickelten Technologien und Konzepte und vermarkten Rohstoffe, die von der Alba-Gruppe in Europa recycelt wurden. Dazu zählen laut Alba Kunststoffe und Papier sowie Metalle wie Kupfer und Aluminium.

Seit 2011 ist die Gruppe auch verstärkt im Bereich der Recycling-Beratung und des technologischen Projektmanagements in China tätig. Seit August 2012 arbeitet Alba mit der Jiangsu Miracle Logistics System Engineering Co. Ltd im Bereich des Altfahrzeug-Recyclings in der Stadt Tongling (Provinz Anhui) zusammen. Im vergangenen wurde die Zusammenarbeit um das Recycling von NE-Metall-Schrotten erweitert.

Die Alba-Gruppe erwirtschaftete 2012 mit ihren beiden Marken Alba und Interseroh einen Umsatz von rund 2,9 Milliarden Euro. Zur Gruppe gehören rund 200 Tochter- und Beteiligungsunternehmen in Deutschland, Europa, Asien und den USA. Insgesamt beschäftigt Alba rund 9.000 Mitarbeiter.

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