Neues Abfallkonzept

Im Saarland hat eine Gemeinde ein alternatives Konzept der Wertstofferfassung getestet. Das Sammelergebnis pro Kopf ist beeindruckend.

Wertstoffhof für mehr als 40 Fraktionen


Das Wertstoffkonzept trägt einen verquerten Namen, bringt aber gute Ergebnisse. „Rückkonsumzentrum“ nennt die saarländische Gemeinde Mettlach jenen Ort, wo die Bürger ihre Wertstoffe abgeben können. Im Januar 2013 hatte die Gemeinde das Zentrum eröffnet, nun hat sie Zahlen zu den gesammelten Wertstoffen und dem angefallenen Restabfall veröffentlicht. Und die sind durchaus beeindruckend.

So konnte das Restabfall- und Sperrmüllaufkommen im vergangenen Jahr von 245 Kilogramm pro Einwohner in 2011 auf 126 kg fast halbiert werden. Gleichzeitig wurden 81 Kilogramm Wertstoffe pro Kopf separat erfasst, berichtet die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die die Einrichtung und Umsetzung des Konzepts unterstützt hat.

Auch die Rücknahmemengen von Problemstoffen und Elektroaltgeräten sind in Mettlach deutlich höher als der bundesdeutsche Durchschnitt. Den Angaben zufolge konnten im vergangenen Jahr 3,5 Kilogramm Problemstoffe und etwa 10 KIlogramm Elektroaltgeräte pro Einwohner gesammelt werden. Im Vergleich dazu liegen die bundesweiten Sammelmengen pro Kopf und Jahr für Problemstoffe lediglich bei 1 Kilogramm und für Elektroaltgeräte bei 8 Kilogramm.

Wie die DUH betont, sparen Bürger, die ihre Wertstoffe im Rückkonsumzentrum abgeben, Abfallgebühren für den eigenen Haushalt. Ein in Mettlach eingeführtes Abfall-Ident- und Verwiegesystem erfasst das Gewicht jeder einzelnen Restabfalltonne bei der Entleerung und berechnet individuelle Abfallgebühren anhand der tatsächlichen Restmüllmenge. Das schafft einen ökonomischen Anreiz für die Bürger, Abfälle getrennt zu sammeln und beim Rückkonsumzentrum abzugeben, denn je leichter die Restabfalltonne, desto geringer fallen die Abfallgebühren aus.

Im Gegensatz zu anderen kommunalen Sammelstellen werden in Mettlach Wertstoffe in über 40 Fraktionen sortenrein erfasst. Mit Ausnahme von wenigen Materialien, wie asbesthaltigen Baustoffen, Bauschutt oder Altreifen ist die Rückgabe der Wertstoffe kostenfrei.

Das neue Modell revolutioniert die Wertstofferfassung und überzeugt durch seinen einzigartigen Servicegedanken bei der Rückgabe von Abfällen“, schwärmt die DUH. Das Wertstoffkonzept der Gemeinde orientiere sich am System „SuperDrecksKescht“ aus Luxemburg. Abfall werde als Produkt begriffen, was dessen Rückgabe für Verbraucher attraktiv macht. Außerdem ermögliche eine Tauschbörse vor Ort die Weiternutzung gebrauchter Gegenstände, wie z.B. Spielzeug, Bücher oder Möbel.

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