Hitachi Zosen Inova erhält Auftrag

Die Schweizer Kehrrichtverbrennungsanlage Horgen wird für den Betrieb bis 2030 aufgerüstet. Geplant sind ein neues Verfahren zum Schlackeaustrag und ein neues Feuerungskonzept.

Neues Feuerungskonzept für KVA Horgen


Ende Mai ist der Startschuss für die Um- und Nachrüstung der KVA Horgen gefallen. Mit der Vertragsunterzeichnung zwischen dem Zweckverband für Abfallverwertung im Bezirk Horgen (ZVHo) und dem Anlagenhersteller Hitachi Zosen Inova (HZI) steht nun fest, dass im April 2015 mit der geplanten Um- und Nachrüstung begonnen werden soll. Ziel ist es, den Betrieb der KVA bis 2030 zu sichern.

Dazu werden laut HZI erstmals neue Technologien im Bereich des Schlackenaustrages sowie ein neues Feuerungskonzept zum Einsatz kommen. Bislang wurde die Schlacke aus der Feuerung in einem Wasserbad abgeschreckt und nass ausgetragen. Künftig solle es einen Trockenaustrag der Schlacke geben. Ziel sei es, die Schlacke in der ZAV Recycling AG in Hinwil aufzubereiten, die Rückgewinnung wertvoller mineralischer und metallischer Rohstoffe zu steigern und dadurch einen nachhaltigen Nutzen für die Umwelt zu gewährleisten, erklärt HZI. Die Technologie von HZI ermögliche es, die Schlacke nicht nur trocken, sondern auch komplett staubfrei auszutragen.

Neben der Modernisierung des bestehenden Kessels und der Rauchgasreinigung wird auch eine neue Feuerung in die Anlage implementiert. Durch das neue System werde der Wartungsaufwand langfristig reduziert und gleichzeitig die Energieeffizienz gesteigert, betont HZI. Die vom Anlagenhersteller selbst entwickelte Feuerung produziere weniger CO, Roh-NOx und Flugasche. In Kombination mit der neuen trockenen Rauchgasreinigung Xerosorp+ und einem Wärmetauscher zur Auskoppelung der Wärmeenergie werde damit die Wirtschaftlichkeit der KVA Horgen gesteigert.

Wie es weiter heißt, sorge das HZI entwickelte Verfahren erosorp+ für äußerst geringe Schadstoffemissionen und führe zu entscheidenden Energieeinsparungen, da die Reinigungsanlage ohne die üblicherweise eingesetzte, energieintensive Wiederaufheizung vor dem Katalysator funktioniert. Zudem werde mit einem neuen Wärmetauscher auch deutlich mehr Energie aus den Abgasen zurückgewonnen. Gleichzeitig würden die Auflagen der Luftreinhalteverordnung auf kleinstem Raum erfüllt.

Das Auftragsvolumen beläuft sich auf über 13 Millionen Schweizer Franken. Die Umrüstungsarbeiten solle im April 2015 starten und rechtzeitig zu Beginn der Heizperiode im Herbst 2015 beendet sein.

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