Kampf gegen Abfall

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Die französische Regierung will sich stärker für die Kreislaufwirtschaft einsetzen. Am Mittwoch will sie ein „Anti-Abfall-Gesetz“ im Ministerrat einbringen. Darin enthalten: die Forderung nach mehr Recycling, positive Anreize für Produkthersteller und mehr Macht für Bürgermeister.

Frankreich will Recycling fördern


Frankreich will stärker gegen Verschwendung und Abfall vorgehen. „Es ist an der Zeit, von einer Wegwerf-Gesellschaft zu einer ressourcenschonenden und umweltfreundlichen Gesellschaft überzugehen“, sagte Umweltstaatssekretärin Brune Poirson am Sonntag dem Journal du Dimanche. Sie werde am Mittwoch ihr Anti-Abfall-Gesetz im Ministerrat vorstellen.

„Der Verbrauch muss reduziert, unnötige Verpackungen müssen vermieden, Wiederverwendung und Recycling muss gefördert werden“, sagte Poirson. Das Gesetz werde einen „echten ökologischen Wendepunkt“ markieren. Um illegale Deponien zu bekämpfen, solle die Macht der Bürgermeister gestärkt und Videoüberwachung ermöglicht werden. Für Hersteller von Produkten, die sich um den Umweltschutz bemühen, soll es positive Anreize geben, sagte Poirson.

Bei der Europawahl waren die Grünen in Frankreich überraschend drittstärkste Kraft geworden. Im Jahr 2020 stehen in Frankreich Kommunalwahlen an. Kurz nach der Europawahl hatte Frankreichs Premier Édouard Philippe ein Gesetz angekündigt, das das Vernichten recycelbarer Stoffe wie Kleider verbieten soll. In seiner Regierungserklärung sagte er schließlich der Umweltverschmutzung den Kampf an. Er kündigte etwa an, Einwegartikel aus Plastik im kommenden Jahr aus der Verwaltung zu verbannen.


 

© 320°/dpa | 08.07.2019
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