Ökodesign-Anforderungen

Die EU-Mitgliedstaaten und die EU-Kommission haben sich auf neue Ökodesign-Regeln für Smartphones und Tablets geeinigt. Erstmals müssen Hersteller solcher Produkte künftig bestimmte Ersatzteile und Reparaturinformationen zur Verfügung stellen.

Handyreparaturen in der EU werden einfacher


Geräte wie Handys und Tablets können in der EU künftig einfacher repariert werden. Hersteller dieser Produkte müssten künftig bestimmte Ersatzteile und Reparaturinformationen für sieben Jahre zur Verfügung stellen und Software-Updates gewährleisten, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag mit. Zuvor hatten sich die EU-Staaten und die EU-Kommission auf die neuen Ökodesign-Anforderungen geeinigt.

Konkret gelten die neuen Vorgaben für Smartphones, Tablets, Mobiltelefone und schnurlose Telefone. Demnach sollen Hersteller das Produkt künftig so gestalten, dass ein einfacherer Austausch von Komponenten möglich ist. Dadurch soll die Reparatur und die Wiederverwendung von gebrauchten Geräten erleichtert sowie das Recycling gestärkt werden.

Zusätzlich sollen die Hersteller Software-Updates für 5 Jahre zur Verfügung stellen. Software-Updates dürfen gleichzeitig nicht dazu führen, dass die Hardware beeinträchtigt wird. Ferner werden die Rechte von Unternehmen, die Smartphones und Tablets professionell wiederaufbereiten, mit der neuen Verordnung gestärkt.

Übergangszeit von 21 Monaten

Nach Angaben des Ministeriums sollen die Regeln im kommenden Jahr von der EU-Kommission final beschlossen und nach einer Übergangszeit von 21 Monaten für alle in der EU verkauften Geräte gelten. Das EU-Parlament und die EU-Staaten haben theoretisch noch drei Monate Zeit, dem Vorhaben zu widersprechen, das gilt aber als sehr unwahrscheinlich. Wenn es keine Einwände gibt, kann das neue Gesetz angenommen werden.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sprach von einem guten Ausgleich zwischen den Interessen der Wirtschaft und des Klimaschutzes. „Niemand soll mehr ein Handy wegwerfen müssen, weil ein defekter Akku nicht entnommen werden kann“, teilte Umweltministerin Steffi Lemke mit. Die neuen Regeln schonten Ressourcen und legten die Grundlage für einen nachhaltigen Umgang mit Elektrogeräten, so die Grünen-Politikerin.

320°/dpa/re

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