500 Tester gesucht

kostenpflichtig
Wie verhält sich ein biologisch abbaubarer Schuh im Alltagsgebrauch? Und vor allem: Was passiert, wenn er in die Kompostieranlage kommt? Antworten will der Sportartikelhersteller Puma mit einem umfassenden Test erhalten. Die Ergebnisse sollen mit der gesamten Branche geteilt werden.

Ein Puma-Schuh für die Kompostieranlage


Die Idee zu einem biologisch abbaubaren Schuh ist nicht neu: Bereits 2012 hatte Puma einen kompostierbaren Sneaker entwickelt. Mit wenig Erfolg. Nach vier Saisons wurde der Verkauf der Kollektion wegen mangelnder Nachfrage und dem Bedarf an weiterer Produktentwicklung eingestellt.

Zehn Jahre später startet Puma einen neuen Versuch. Der Sportartikelhersteller hat eine biologisch abbaubare Version des Sneakers Suede entworfen – den sogenannten RE:SUEDE. In die Läden kommt der kompostierbare Schuh allerdings noch nicht, denn Puma will zunächst testen, wie dieser sich unter realen Bedingungen verhält – sowohl am Fuß des Trägers als auch nach der Entsorgung. Dafür startet Puma einen Test, für den 500 Personen gesucht werden.

Potenzielle Teilnehmer können sich noch bis 14. März bewerben. Die 500 ausgelosten Teilnehmer am RE:SUEDE-Experiment bekommen den Sneaker voraussichtlich im Mai zur Verfügung gestellt. Die Tester sollen den Sneaker dann ein halbes Jahr tragen und anschließend an Puma zurückschicken. Die Tester erhalten anschließend ein neues Paar RE:SUEDE, das sie behalten können.  „Wir möchten, dass die Teilnehmer den RE:SUEDE oft tragen und in ihren Alltag integrieren,“ sagt Stefan Seidel, Head of Corporate Sustainability bei Puma. „So bekommen wir ein realistisches Feedback, wie sich die Materialien bewähren.“

Biologisch abbaubarer Puma-Sneaker RE:SUEDE (Foto: Puma)

Die zurückgeschickten Sneaker werden bei dem niederländischen Abfallspezialisten Ortessa auf ihre biologische Abbaubarkeit geprüft. Ziel ist es herauszufinden, ob aus den Schuhen Klasse 1 Kompost für landwirtschaftliche Zwecke gewonnen werden kann.

Hergestellt wird der Schuh unter anderem mit Zeology gefärbtem Wildleder, biologisch abbaubaren TPE (Thermoplastische Elastomere) und Hanffasern. Zeology ist ein chrom-, schwermetall- und aldehydfreier Gerbstoff, der die biologische Abbaubarkeit des gegerbten Materials verbessert. Weitere Angaben zur Zusammensetzung des Schuhs macht Puma nicht.

Die Ergebnisse aus dem Experiment möchte Puma der gesamten Branche zur Verfügung stellen, „um die größtmöglichen Auswirkungen innerhalb der Industrie zu erzielen, wenn es darauf ankommt, die Herausforderungen im Abfallmanagement der Schuhindustrie zu meistern“, betont das Unternehmen.

Der kompostierbare Schuh ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. Bis zum Jahr 2025 möchte Puma den Anteil an recyceltem Polyester in seinen Produkten auf 75 Prozent erhöhen. Bis dahin sollen auch Produktrücknahmeprogramme in den größten Märkten eingerichtet und recycelbare Materialoptionen für Leder, Gummi, Baumwolle und Polyurethan eingeführt werden.

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