Kooperationsprojekt

Vodafone Deutschland hat ein neues Recyclingprojekt aufgelegt: Zusammen mit einem Recyclingpartner will das Unternehmen eine Million alte Handys aus Afrika recyceln. Geplant ist außerdem der Aufbau von Recyclingstrukturen vor Ort.

Vodafone recycelt alte Handys aus Afrika


In einem großen Recyclingprojekt wird Vodafone Deutschland für jedes an Privatkunden verkaufte Mobiltelefon ein ausrangiertes Handy aus Afrika sachgerecht entsorgen. Mit Hilfe des niederländischen Unternehmens Closing the Loop werde man jährlich über eine Million Altgeräte vor allem in Nigeria, Ghana und Kamerun einsammeln, nach Europa transportieren und dort recyceln, teilte Vodafone am Dienstag mit.

Andreas Laukenmann, Geschäftsführer der Privatkundensparte bei Vodafone Deutschland, sagt, das Projekt sei ein guter Anfang, um neue Standards für die Kreislaufwirtschaft zu etablieren. „Recycling reicht aber nicht. Auch die Lebensdauer muss verlängert werden.“

Bei den eingesammelten Geräten handelt es sich nach Angaben von Vodafone nicht um Elektroschrott, der ursprünglich aus Europa stammt, sondern um Handys, die von Menschen in Afrika genutzt wurden. Die Aktion wird durch die zurückgewonnenen Rohstoffe finanziert. Dabei werden Sammelpartner vor Ort wie Kirchengemeinden, kommunale Einrichtungen oder Reparaturläden an den Erlösen beteiligt.

Aufbau von Recyclingstrukturen

In den betroffenen Ländern gebe es keine Kapazitäten für ein sicheres Recycling, sagt Joost de Kluijver, Geschäftsführer und Gründer von Closing the Loop. Daher würden die Altgeräte mit Schiffen nach Europa transportiert. Vodafone werde außerdem Closing the Loop dabei unterstützen, Recycling-Infrastrukturen direkt in Entwicklungsländern aufzubauen. „Dies wird die Verschiffung von Elektroschrott überflüssig machen und zahlreiche weitere Arbeitsplätze in Entwicklungsländern schaffen.“

Elektroschrott ist laut dem Global E-Waste Monitor 2020 der Vereinten Nationen die am schnellsten wachsende Quelle von Haushaltsabfällen weltweit. 2019 wurde eine Rekordmenge von 53,6 Millionen Tonnen Elektroschrott produziert, und bis 2030 wird mit einem Anstieg auf 74 Millionen Tonnen gerechnet. Mobiltelefone machen dabei einen erheblichen Anteil aus. Allein in Deutschland liegen nach Berechnungen des Digital-Branchenverbands Bitkom über 200 Millionen ausrangierte Handys und Smartphones in den Schubladen.

Die Altgeräte aus Deutschland haben alle Mobilfunkanbieter im Visier. So kooperiert Telefónica mit der Umweltschutzorganisation Nabu in der Aktion „Handys für Hummel, Biene und Co.“. Auch die Deutsche Telekom und Vodafone finanzieren Umweltschutz- und Sozialprojekte mit den Erlösen, die aus der Verwertung der recycelten Rohstoffe erzielt werden.

320°/dpa

Mehr zum Thema
Neue Gründer-Plattform für die Circular Economy
Pilotprojekt: Wertstoffhof nimmt altes Spielzeug an
GMK-Chef Lucha fordert Verbot von Einweg-E-Zigaretten
Heraeus-Tochter baut Geschäft mit PET-Recycling aus
Ein Dämmstoff, der CO2 bindet
Wie Gips aus Bauabfällen recycelt werden kann
Shredder-Schwerfraktion: Chemisches Recycling als Schadstoffsenke?
Großkonzerne wollen SAF aus grünem Methanol herstellen
Wepa bringt Hygienepapier aus recyceltem Karton auf den Markt
Industriepartner entwickeln nachhaltige Automaterialien
Migros steigt bei Revendo ein
Mauerstein aus Ziegelmehl und Bauschutt